TECH 2026 in Heilbronn: Wie kann Europa digital unabhängig werden?

Von Marie Provençal und Christoph Donauer

Folge 16 · Sonderfolge · Wir waren auf der TECH 2026 in Heilbronn, veranstaltet von Handelsblatt und Schwarz Digits. Drei Tage lang ging es dort um Künstliche Intelligenz, digitale Souveränität und Cybersicherheit.

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Worum es geht

Wir waren auf der TECH 2026 in Heilbronn, veranstaltet von Handelsblatt und Schwarz Digits. Drei Tage, drei Bühnen, gut 2000 Teilnehmer und die Frage: Wie kann Europa digital unabhängig werden?

Den Ton setzte zu Beginn Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes und erklärte, er habe die Schnauze voll von Pessimismus. Er erzählte von einem Besuch in Shenzhen, nach dem ihm die Rückkehr nach Europa vorkam wie eine Reise in die Vergangenheit. Sein Befund: Europa hat Wissenschaft, Universitäten, Gründer, Konzerne und Geld. Nur werden diese Puzzleteile nicht zusammengesetzt.

Außerdem berichten wir von Cem Özdemirs erstem Messebesuch als Ministerpräsident, von Digitalminister Karsten Wildberger, der offen einräumt, dass der Staat nie so schnell sein wird wie die Wirtschaft – und der auf die Frage, wann die Deutschland-App kommt, auf die ferne Zukunft verweist.

Und dann werfen wir noch eine Frage auf, die auf der TECH ebenfalls Thema war: Braucht Europa eigene Lösungen für alles? Oder reicht es, die großen US-Konzerne zu zwingen, sich an europäische Regeln zu halten? Uns hat die TECH auf jeden Fall inspiriert, neu über die Themen KI und digitale Souveränität nachzudenken.

Diese Fragen stellen wir

  • Wie kann Europa digital unabhängig werden?
  • Was bedeutet digitale Souveränität überhaupt konkret?
  • Wie haben wir die TECH 2026 in Heilbronn erlebt?
  • Warum findet die TECH ausgerechnet in Heilbronn statt?
  • Warum kommt Deutschland bei der Digitalisierung nicht voran?
  • Überstehen Demokratien die Kombination aus Social Media und KI?

Kapitel

  • 03:23 – Sebastian Matthes: Europa lebt in der Vergangenheit
  • 08:23 – Cem Özdemir: Ministerpräsident auf der TECH
  • 13:01 – Warum der Staat so langsam ist – mit Digitalminister Karsten Wildberger
  • 19:00 – Woran es bei der digitalen Souveränität hakt
  • 29:40 – Wie KI und Social Media unsere Gesellschaft verändern

Relevante Quellen

  • Vorträge bei der TECH 2026
Automatisches Transkript dieser Folge

00:17 Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Kontext und Krawall. Ich bin Christoph. Und ich bin Marie. Und wir melden uns heute mit einer Sonderfolge. Diese Woche war nämlich in Heilbronn die vielleicht spannendste Messe Deutschlands, die TECH by Handelsblatt und Schwarz Digits. Die Allerspannendste, also das vielleicht würde ich da direkt mal rausstreichen. Sehr gut. Wir waren jedenfalls dort und sind in die Messe auch eingetaucht und berichten euch heute ein bisschen davon, was wir erlebt haben, was für uns spannend war und natürlich, ob Europa noch eine Chance hat, gegen den Rest der Welt bei KI, Cybersicherheit, datenhoheit. Ja steigen wir doch mal gleich ein. Genau, oder ob wir alle verloren sind. Genau, aber bevor wir einsteigen, wie wir die Tage so erlebt haben, als wir dort waren, würde ich sagen, gucken wir uns erst mal kurz an, was die TECH überhaupt ist. Die TECH gibt es nämlich noch überhaupt nicht lange. Das ist das zweite Jahr für das Event, die Konferenz, die Messe wie auch immer, Konferenz wird sie nicht so gerne genannt und die gibt seit letztem Jahr in Heilbronn und wird veranstaltet vom Handelsblatt und von Schwarz Digits. Und da kann man sich jetzt fragen, warum Heilbronn diese Kooperation oder dieser Standort ist daraus entstanden, dass schwarz didgets sich zur Aufgabe gemacht hat, nicht nur im digitalen, wie der Name schon sagt, sondern vor allem beim Thema Cybersicherheit und digitale Souveränität für Europa, also auch n hochpolitisches Thema in Deutschland ne führende Rolle einzunehmen und da ja eben an der Unabhängigkeit Europas mitwirken zu wollen. Und in Heilbronn?

01:53 Da haben wir auch schon öfter mal vereinzelt in Folgen drüber gesprochen, passiert eben auch ganz viel rund um gerade Tech und vor allem KI. In Heilbronn entsteht der Ipai, was perspektivisch das größte KI Zentrum Europas werden soll, rund um den Bildungscampus entstehen ganz viele Bildungs und Forschungseinrichtungen beziehungsweise sind schon da auch. Oft oder viel mit KI und Tech Schwerpunkt, das heißt es ist n Ort der sehr dynamisch ist und an dem sehr viel passiert und deshalb findet die Tech in Heilbronn statt und nicht in Berlin oder in Köln und das auch nicht nur in einem Jahr, sondern das Handelsblatt hat sich dazu entschlossen, dass die Tech dauerhaft in Heilbronn bleibt, also auch im kommenden Jahr kommt es wieder zurück und ich würd sagen das besondere oder eines der besonderen Dinge ist auf jeden Fall, dass da jetzt. Also ist schon immer ziemlich prominent besetzt. Das war schon im vergangenen Jahr so, da war der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann da, der Digitalminister, die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, und ja, also es war prominent besetzt und dieses Jahr ganz genauso und die Tech ist auf jeden Fall auch noch ein bisschen größer geworden als im vergangenen Jahr. Gab es 2 Bühnen, in diesem Jahr gab es 3 Bühnen, die Besucheranzahl ist gestiegen auf. Ich glaube knapp über 2000 Teilnehmer und genau wir waren beide da und du warst bei der Eröffnung da. Genau.

03:23 Ich war zum ersten Mal da. Für die Marie ist es ja schon die zweite TECH gewesen am Sonntag und vielleicht nehme ich euch mal ein bisschen mit, wie da die Mut zum Start so war, weil ich dachte natürlich, Hey KI Festival, alles positiv, alles geil, alles optimistisch. Und dann ja, waren wir auf der Home Stage, das war glaub ich die größte Bühne und natürlich volles Haus. Oben lief so n Timer runter und dann wurde doch n recht interessantes Video zum Anfang gezeigt wo es so halt so n paar coole Kamerafahrten gab und so da wurde aber eben gesagt ja die Menschheit hat. Sich global vernetzt und so weiter aber eben auch diese vernetzte Welt und globale Abhängigkeiten sind unsere größte Schwäche geworden, hieß es da.

04:10 Und außerdem hieß es, es tobt ein Krieg vor Europas Haustür, die europäischen Werte stehen unter Beschuss durch unter anderem die USA und Russland. Und ich fand das stark so als Auftakt, um mal zu zeigen, ja, das ist eben nicht ne weitere olle Tech Messe sag ich mal wo hier das neueste Gadget abgefeiert wird, sondern es hat auch wirklich politisches Gewicht was hier besprochen wird und dann kam eben als erster Speaker als Eröffnungsrede quasi der Chefredakteur des Handelsblatts Sebastian Matthes und hat diese, sag ich mal, andächtige Stimmung sofort gedreht und hat gesagt, ich hab die Schnauze voll von Pessimismus. Und hat dann erzählt, warum das so ist. Also es war so, dass er in Shenzhen in China war und da mal festgestellt hat, so alles was er die letzten Jahre gedacht hat über China, war falsch, weil er hat da nen jungen Mann getroffen namens will Wang und der hat wohl wirklich coole Smartglasses entwickelt, mit denen man auf dem Brillenglas quasi direkt die Sprache seines Gegenübers angezeigt bekommt.

05:07 Sowas gibt es in allen möglichen Formen schon ganz lange. Aber Sebastian Matthes hat Halt gesagt, das war wirklich das erste Mal, dass das funktioniert hat und dass das auf einer Brille war, wo man es auch wirklich tragen wollte und in dem Moment hat er gesagt, hat er sich gedacht, so von dort zurückzukommen nach Europa, ist so ein bisschen wie in die Vergangenheit zu reisen, und ich würde sagen, wir hören einfach mal rein, was Sebastian Matthes gesagt. Hat. And the cutten of years that we accepted that that we did nothing that we did input together all the pieces we have we cops we have everything we have cutting at scient we have amazing universities, we have bright entrepreneurs, it corporates and a not of money to bring all that together, but we failed to do that to off.

06:01 Und ja, er will halt das ändern und. Genau da wollen wir nicht bleiben. Er will das ändern und eigentlich gäbe es doch in Europa alles, was man braucht, Wissenschaftler, begabte, es gibt Universitäten, Unternehmer, Geld, große Firmen, aber wir schaffen es nicht, das zusammenzubringen, und deshalb gibt es die Tech und dann hat er noch mit dem grandiosen Satz geschlossen, die Geschichte ist immer das Ergebnis der Entscheidung, die wir heute treffen, und da hab ich gedacht. Das ist doch mal n Auftakt, oder? So ist das genau. Die Tech möchte nämlich Politik, KI und Industrie zusammenbringen, um eben im besten Fall aus der Vergangenheit in die Zukunft zu reisen, damit man nicht mehr das Gefühl hat, dass man in die Vergangenheit reist, wenn man von China nach Europa fliegt.

06:50 Genau und deswegen das Ziel. Leute zusammenbringen, Unternehmen, Start UPS Experten, aber auch die Wirtschaft und auch die Politik. Du hast schon gesagt, die Tech war dieses Jahr auch wieder prominent besetzt. Einige Politiker waren. Da ne genau einige Politiker waren da, weil Entscheidungs oder Entscheidungsrahmen sind natürlich von Politik abhängig und ich finde vor allem bemerkenswert daran. Also es setzt ja vor allem immer ein Signal. Es ist natürlich immer super wichtig, auch was sagen die Politiker, was sagen die Anwesenden in ihren Keynotes, aber wer kommt, wohin setzt natürlich auch immer eine Signalwirkung. Ich finde es deshalb bemerkenswert, dass zum zweiten. Mal der Bundesdigitalminister da war und nicht nur nur in Anführungszeichen politisch Verantwortliche von der Landesebene, aber natürlich auch, dass Cem Özdemir kurz nach seinem Amtsantritt sich entschlossen hat, auf die Tec zu kommen, weil auch das ist nicht selbstverständlich und es zeigt aber, glaube ich, das, was wir auch schon ein bisschen besprochen haben in der Folge, wo wir über den Koalitionsvertrag gesprochen haben, das wurde da auch noch mal deutlich. Innovation Tech KI ist ein Fokus, den die Landesregierung und auch er setzen will und wahrscheinlich auch setzen muss, weil das schon ein bisschen die einzige Chance ist, die wir im Land so haben, würde ich sagen, aber natürlich auch so in Deutschland.

08:12 Genau. Und deshalb ging es dann am Montagvormittag los. Es gab eine Pressetour für die anwesenden Journalisten und Pressevertreter, Medienleute und ich glaube, es war um kurz vor 10 kam dann Cem Özdemir, außerdem war auch noch die Wissenschaftsministerin von Baden Württemberg, Petra Ulschowski, vor Ort und Landtagspräsident Thomas Strobl. Der Landtagspräsident hat jetzt nicht direkt was mit KI zu tun, aber Thomas Strobl ist Heilbronner und kommt aus Heilbronn und deshalb konnte er sich da. Auch dabei. Genau deshalb war er natürlich auch dabei und hat den Ministerpräsidenten und die Ministerin auch begleitet, die dann als allererstes mal einen Rundgang über die Messe gemacht haben. Und da wurde ja den 3 verschiedene Dinge präsentiert, unter anderem ein Prototyp eines Roboters oder der Stand der Forschung bei den.

09:05 Von Fraunhofer Instituten kleine Prototypen von Kraftwerken der Stand von Forschung und Innovation bei Schwarzdidgets je nachdem, wo der Forschungsschwerpunkt der Aussteller im Bereich KI oder Innovation eben lag. Und ich hatte da den Eindruck, mal so grundsätzlich von Cem Özdemir, dass er da wirklich, also natürlich, es wäre jetzt auch irgendwie fatal, wenn er da unsouverän auftreten würde. Aber er hat sich da wirklich Zeit genommen und hat mit den Verantwortlichen schon fand ich ziemlich intensiv gesprochen. Da wurde diskutiert, da wurde sich das sehr interessiert angeschaut und alles in allem fand ich hat er einen total entspannten, interessierten und souveränen Eindruck gemacht. Also das ist ja schon auch wichtig, was für eine Stimmung bringt jemand mit, was für eine Stimmung bringt jemand mit in den Raum oder was für ein Gefühl gibt er allen Mitmenschen.

10:03 Um ihn herum, sowas kann auch super hektisch ablaufen und irgendwie ja ganz gehetzt und es war überhaupt nicht so. Also das fand ich schon mal äußerst positiv und findest. Du jetzt, das war für ihn irgendwie n Besuch, bei dem er sag ich mal also n angenehmer Besuch, weil hier natürlich alles läuft sag ich mal. Und der Innovationspark für künstliche Intelligenz ist im Aufbau schwarzditsches ist ja auch super erfolgreich. Oder war das eher so? N ja, da kriegt er dann natürlich auch ne ganze lange Liste an Forderungen mit von den ganzen sag ich mal aus der Tech Branche, die ja auch Erwartungen daran hat, weil Deutschland einfach viel zu langsam ist und viel Bürokratieabbau nötig wäre. Also ich glaub die Forderungen die sind auf jeden Fall da und die werden auch an ihn gestellt. Grundsätzlich hab ich das als ne sehr wohlwollende und wertschätzende Atmosphäre wahrgenommen und er hat ist dem natürlich also überhaupt nicht umgangen, aber er ist dem sag ich mal in seiner Keynote auch klug begegnet und im positiven Sinn kann man sagen, da tritt er wirklich ganz bedacht und bewusst in die Fußstapfen von Winfried Kretschmann, wie man Politik machen möchte oder auch vermitteln möchte. Übrigens, als kleine Randnotiz hat er, da war ich tatsächlich auch n bisschen überrascht, wunderbares Englisch gesprochen. Also das war sehr, sehr souverän. Und er hat da einfach direkt ganz viel Verantwortung zu sich oder zur Politik genommen.

11:34 Er hat zwar gesagt, Transformation und Innovation kann nie alleine gelingen, es ist immer eine Teamleistung, das heißt, natürlich kann die Politik sie nicht alleine voranbringen, aber sie muss viel schneller werden, dass der Rahmen dafür gesetzt wird und man sie muss mehr begleiten, sie muss sich verändern, sie muss agiler, schlanker, smarter werden. Und das sind natürlich auch immer große Worte, weil wie einfach ist es dann letztendlich in diesen großen Verwaltungsapparaten oder in der öffentlichen Verwaltung umzusetzen. Aber ich fand das natürlich taktisch sehr klug, diese immense Verantwortung direkt, das war eigentlich, würde ich auch sagen, eine der Hauptaussagen. Wir wissen um die Verantwortung, die bei uns oder auf der Landesregierung lastet oder liegt und mit welcher Erwartung die Wirtschaft dem auch gegenüber steht und auch das auch ein bisschen im Zeichen von Winfried Kretschmann, hat er ganz klar gemacht. Nichts ist wichtiger als die Wirtschaft und nichts ist wichtiger als die wirtschaftliche Stärke von Baden Württemberg, aber das auch wenn unter. Unter Begriff des Automobilstandorts da natürlich die Entwicklung eher negativ ist, er auch keinen Zweifel daran hat, dass die Transformation hinzu KI, Greentech, Medizintechnik, alle möglichen technischen Zukunftstechnologien, dass das im Land natürlich auch gelingen kann.

13:01 Natürlich ist es auch seine Aufgabe, das zu sagen als Ministerpräsident, also wer, wenn nicht er? Das wär sonst. Auch komisch. Mit anderen Worten, Ich mach mich da mal an die Arbeit so vielleicht müssen wir noch kurz über Carsten Wildberger sprechen, weil der ist ja der Mann, der jetzt das Ganze ins Laufen bringen soll. Digitalminister erster Digitalminister Deutschlands letztes Jahr konnte sie auch noch damit rausreden, da war die Tech quasi kurz nach seinem Amtsantritt, jetzt ist schon ein Jahr vergangen und. Ein bisschen lustig fand ich es ja schon, dass er sich hingestellt hat mit der estnischen Digitalministerin und sie eine Innovationspartnerschaft gegründet haben, auf der Tec quasi beschlossen haben und natürlich verlautbart haben, dass man ganz viel voneinander lernen will. Ich glaube, das ist eine ziemlich einseitige Beziehung, weil in Estland kannst du digital heiraten, digital dich scheiden lassen, ohne auch nur eine einzige Behörde zu betreten.

13:55 Ich war tatsächlich vor 2 Jahren dort und habe mir das auch angeschaut, also da ist der Staat komplett durchdigitalisiert es gibt quasi keinen Grund mehr, aufs Amt zu gehen, alles geht online, es ist leicht zu nutzen und tatsächlich ist Estland das Ganze angegangen, weil sie auch gesagt haben, die haben ebenfalls Föderalismus, das. Land ist dünn besiedelt, es ist aufwendig und teuer für die Leute, immer zum Amt zu tingeln wegen irgendeinem Papierkrams. Wir machen das jetzt digital. Und ja, also ich sag mal so. Mir fehlt so ein bisschen die Fantasie, was Estland von Deutschland eigentlich lernen soll. Was hattest du den Eindruck von Carsten Wiltberger? Na ja, Carsten Wiltberger ist erstmal auch, das ist wichtig, ist kein Inhalt, aber ist ein sympathischer Typ, der Tumor, der kann den Raum mitnehmen, das ist immer schon mal gut für einen Redner, wenn er den Raum auf seiner Seite hat, aber so ein bisschen, ich sage jetzt mal nicht das Gegenteil von Cem Özdemir, von der Message her, aber da wurde natürlich eher sehr schön verpackt und auch sehr so.

14:56 Souverän verpackt, aber eher so Zurückhaltung kommuniziert und so nach dem Motto Hey, wir sind der Staat, aber ihr seid, wir werden nie so schnell sein wie ihr und ihr dürft nicht erwarten, ihr dürft nicht auf uns warten und eher so, ja wir tun schon unser Bestes um nicht massiv im Weg zu stehen vielleicht. Aber er hat. Wir versuchen nicht im Weg zu stehen. Leute, wir versuchen es. Genau. Und doch. Dass natürlich der Digitalminister massive Betonung auf Bürokratieabbau setzt. Ich denk, das ist war logisch, selbstverständlich, aber ja, wer ist dagegen, da haben wir auch schon öfter drüber gesprochen und Carsten Wildberger ist ziemlich am Anfang, auch mit den Worten in Richtung von Schwarz Didgets eingestiegen.

15:45 Thank you for not Waiting und das ist natürlich auch bezeichnend, also danke, dass ihr nicht wartet und damit. Wird, meint er unter anderem auch die Investition, die Schwarz Digits in ein großes Rechenzentrum eben für die digitale Unabhängigkeit und Souveränität Europas im Norden Deutschlands investiert. Und er hat einfach deutlich gemacht, dass der Staat und Deutschland auf diese Investitionsmöglichkeiten und auch auf diese Investitions. Bereitschaft von Unternehmen und der Wirtschaft angewiesen sind, sonst werden wir es nicht schaffen. Und ich glaube, das ist ja vielleicht wichtig zu verstehen, man, man kann das als bitter oder als Chance sehen, je nachdem, aber, und dann hat er auch weiter gesagt, der Staat wird nie so schnell sein wie die freie Wirtschaft, die Institutionen sind nicht darauf ausgerichtet, und wenn.

16:45 Er aber so agiert, dass die Wirtschaft darauf warten muss, dann bremst er alles runter. Und wenn aber die Erwartung da ist, dass die Institutionen so schnell werden wie die Technologie oder die Wirtschaft es braucht, dann brennt der Staat aus und deshalb darf man nicht darauf warten, sondern es muss so ausgestaltet sein, dass der Staat nur eine Hülle ist in dessen Hülle. Technologie und Wirtschaft in Anführungszeichen frei agieren kann und dann am Schluss seiner Rede, hat er noch gesagt, ja, ihr dürft nicht auf den perfekten Start warten, er wird nicht kommen, sondern ihr müsst uns helfen, ihn besser zu machen. Und ja, das fand ich schon, ist natürlich auch sehr ehrlich und. Und da aber noch ein letztes Wort, sehr konkretes Beispiel, da musste ich dann schon lachen, da hat man dann schon gesehen, na ja, es dauert halt doch alles ein bisschen länger, wer der ein oder andere erinnert sich vielleicht, dass Deutschland das hehre Ziel einer Deutschland App an.

17:48 Ansteuert. Die Deutschland App soll wohl so ein Portal werden, quasi für Verwaltungsdienstleistungen, ne wo die Bürger sich dann einwählen können, wenn sie was vom Amt brauchen. Genau, eine App für Verwaltungsdienstleistungen also. Deutschland goes digital. Und die Frage ist jetzt natürlich, jetzt haben wir das Digitalministerium, wann kommt die Deutschland App. Das wollte natürlich auch Sebastian Mattes ganz genau wissen und da, ja da wurde es dann auch direkt ein bisschen mau um konkrete Angaben, als Sebastian Mattes wollte, dann wissen ja, wird es 2027, was haben wir da die Deutschland App und dann hat Carsten Wildberger ein bisschen rumgedruckst und hat gesagt, naja nee, 2027 wird es nichts, aber soon after. Ja zu.

18:33 Nafter. Keine. Da freue ich mich drauf. Aber ja, deshalb. Muss ich weiter auf Service minus BW Punkt DE chillen? Na gut. Genau da musst du glaube ich noch ein bisschen abchillen und hoffentlich nicht dort versauern. Wir holen dich dann ab, wir sammeln dich ein. Ja genau, vielen Dank. Vielen dank Christoph möchte von Service minus BWDE abgeholt werden, da kann man sich auch verirren. Ich weiß nicht ob ihr mal da wart, macht keinen Spaß momentan. Nee, vielleicht nicht. Aber genau jetzt haben wir uns die politische Seite angeschaut, haben aber auch schon öfter betont, dass die digitale Souveränität n Schwerpunkt der Tech ist. N dauerhafter Schwerpunkt und. Dazu gehört eben auch die wirtschaftliche Seite beziehungsweise die Seite von Schwarz in diesem Fall oder von Schwarz didgets.

19:27 Und da kannst du uns vielleicht ein bisschen mehr zu erzählen. Unbedingt. Ich habe mir da 1 der ersten Panels am Sonntag angeschaut, das hieß Chance oder Überlebenskampf. Worum geht es eigentlich im globalen Tech Race drin und vielleicht muss man zum Anfang mal sagen, das werden nicht alle Wissen, Schwarz Digits ist Teil der Schwarz Gruppe, die ja Lidl und Kaufland vereint und. Und hat sich inzwischen aber als komplett eigenes Geschäftsfeld etabliert und auch sehr erfolgreich etabliert. Und eines der zentralen Produkte von Schwarzdidgets zum Beispiel ist eine Cloud für Behörden oder Unternehmen, die eben in der EU gehostet wird und dann eben auch allen europäischen Vorgaben unterliegt, weil das tatsächlich ein großes Problem ist.

20:08 Also ein Großteil der weltweiten Serverkapazitäten, was ja für alles benötigt wird, was eben am Internet hängt, ist eben in den Händen von Amazon, Google oder Microsoft. Und da hat sich schwarz Didgets wie gesagt, in den letzten Jahren etabliert. Und Rolf Schumann, der einer der CEOS von Schwarz Digits, war eben auch bei diesem Panel, und als der gefragt wurde, wo steht denn Europa eigentlich bei souveräner Technologie, hat er gesagt, ja, wir verstehen alle, dass das absolut wichtig ist, aber wir machen es einfach nicht und finden dafür gute Ausreden. Stimmt. Sebastian Mattes hat dann diesen Fall aufgerufen. Das ist schon etwas älter von Microsoft, da hat Microsoft dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof das Microsoft Konto gesperrt und Microsoft hat dann gesagt, das hat alles nichts mit damit zu tun, aber es gibt eben Indizien, dass das mit US Sanktionen zusammenhängt, aber ich denke wir alle kennen es, wenn man nicht mehr auf sein Microsoft Konto zugreifen kann, dann hat man heutzutage ein richtiges Problem, ja wenn man einen Computer benutzen möchte zum Beispiel.

21:09 Rolf Schumann hat dann gesagt, die Leute verstehen durch solche Ereignisse, dass digitale Souveränität eben kein Witz ist, sondern ganz wichtig und eine Realität. Sebastian Mattes hat dann wiederum gefragt, ja, aber führt es zu konkreten Business Entscheidungen, daraufhin hat dann Rolf Schumann gesagt, ja, das stimmt, also viele Firmen kümmern sich, weil sie eben diese Unabhängigkeit wollen, aber es bleibt eben auch noch viel zu tun. Spannend fand ich, die hessische Digitalministerin war auch auf diesem Panel Christina Sinemus von der CDU. Und sie hat danach ein bisschen gesagt, so, sie fand es auch gut, dieses diesen Vorfall, weil jetzt Politiker endlich mal aufwachen und es braucht einfach weniger Bürokratie und mehr vertrauen. Ja, aber da muss ich ja kurz sagen, ja, also wenn das, wenn es so lange gedauert hat, bis da Politiker mal aufwachen und denken, boah ja, digitale Souveränität wär gut, also ja gut, besser später als nie, kann man sagen, aber. Früher wäre besser.

22:05 Ja ich. Genau. Ich fand diesen ganzen Auftritt auch, muss ich sagen, wirklich ziemlich fragwürdig. Sie wurde dann auch gefragt, ja, was haben sie denn getan, um für mehr digitale Souveränität zu sorgen, hat sie gesagt, ja, also wir müssen das auf jeden Fall tun und nicht drüber reden, dann wurd noch mal nachgefragt, ja, was haben Sie denn Konkretes getan und da hat sie dann gesagt, ja, wir haben einen Fonds geschaffen für kleine und mittlere Unternehmen, die darin investieren können, und wir geben denen auch Daten. Alles schön, aber ich sag mal so, also da ist noch mehr als genug Luft nach oben. Ich fand es irgendwie einen ganz bizarren Auftritt. Aber kurze Zwischenfrage war, ich frag mich, es hat ja nicht jedes Bundesland einen Digitalminister, eine Ministerin oder ein Ministerium. Es gibt aber einen Bundesdigitalminister. Jetzt gibt es Bundesländer, die haben einen Digitalminister oder Ministerin, das finde ich macht für mich ja schon mal gar keinen Sinn.

22:59 In der also in, in der in der strukturellen Vorangehensweise macht es für mich einfach keinen Sinn, weil entweder weil, dann müsste ja schon jedes Bundesland, finde ich 1 haben, dass man da quasi geschlossen ohne Flickenteppich über die Ländergrenzen hinweg Zusammenarbeit voran zusammenarbeitet, vorangeht, oder? Denkst du nicht? Ja, absolut. Und wie gesagt, das hat dann die die Frau Sinemus auch gesagt, als sie dann auch gefragt wurde, da ging es dann um Sonderzonen, weil sie gesagt hat, das ist auch ganz wichtig, dass wir da neue Technologien ausprobieren können ohne lästige Regulierung, und dann wurde sie gefragt, ja, würden sie eine Sonderzone in Hessen machen, da hat sie gesagt, ich kann das nicht machen, das kann ich als Land nicht machen, das muss Deutschland machen, und eigentlich kann es nicht mal Deutschland, sondern es muss die EU machen, und dann waren wir da, dass sie gesagt hat, ja, sie hat schon ein Positionspapier an. An den Bundesminister gegeben, zeigt die ganze Krux, ja, also da treffen die Forderung aus der Wirtschaft auf die harte politische Realität, dass die hessische Digitalministerin dann eben sagt, ich als Land kann es nicht machen, der Bund kann es auch nicht machen, eigentlich muss es Europa machen, ich habe ein Positionspapier dazu geschrieben, toll. Ja.

24:10 Oder? Ja, also auf jeden Fall. Also dieser bei bei der Entwicklung digitaler Technologien ist der Föderalismus das große große Hindernis. Ich glaube, man kann es nicht anders sagen, oder? Ja, nicht nur das Hindernis, sondern es bricht einem ja echt fast schon das Genick. Und das ist dann eigentlich immer dieses Hamsterrad oder dieses Politik in der Nutshell im Prinzip ja gut, das ist so, wie wenn die EU ein Positionspapier verfasst, aber. Passiert halt auch irgendwie nicht so richtig was. Zumal man natürlich auch sagen muss, die Hessische Digitalministerin diesem Fall ist in der CDU. Der Bundesdigitalministerin ist in der CDU und die europäische Kommissionspräsidentin ist auch von der CDU, Ursula von der Leyen deswegen auch. Da könnte man fragen, ja, woran hängt es dann noch selbst wenn der Weg, sag ich mal, so lang ist, nach Brüssel oder Straßburg.

25:00 Genau, also politische Kontrahenten sind es ja nicht. Nee. Und worum es dann, wie gesagt, ja auch noch ging, ist digitale Souveränität. Und da war dann nämlich auch Oliver steil da, der CEO von teamviewer. Der hat auch gesagt, Wir haben halt einfach das Problem, dass wir weltweit Kunden haben und da wurde wurde auch gefragt, ja, bedeutet das, dass die Schwarz Cloud einfach nicht so gut ist wie die Amazon Lösung und dann hat er gesagt, das will er zwar nicht sagen, aber unsere Kunden wollen halt weltweit funktionierende Lösungen und das ist halt schwierig und er hat dann gesagt, wenn wir zu weit gehen bei der Unabhängigkeit, dann verlieren wir die Verbindung zum globalen Ökosystem, das fand ich spannend, weil Rolf Schumann von Schwarz Sitsches hat dann gesagt, Souveränität bedeutet nicht, dass man sich sich von allen Abkapsen muss. Es kann genauso bedeuten, dass man die globalen Player eben dazu bringt, dass sie sich an die Regeln der EU halten müssen, und wenn sie das tun, dann gibt es ja überhaupt kein Problem. Er hat gesagt, wir haben ja halt feste Regeln, jeder muss sich daran halten, auch ein US Anbieter. Und da würde ich dich gern mal fragen. Ja, wie siehst du es?

25:57 Also sollte man eben diese digitale Souveränität forcieren, sollte man jetzt für alles ne App aus der EU, aus Deutschland entwickeln und es vielleicht auch staatlich begünstigen oder sollte man stärker dafür sorgen, dass große Konzerne in der Regel ja meist aus den USA stärker gezwungen werden, dass sie sich hier an die Regeln halten? Also ich glaube, man muss eigentlich an beiden Enden ansetzen. Ich find es ganz wichtig, dass man US Konzerne oder globale Konzerne mehr oder stringenter in die Verantwortung nimmt, sich an europäische Richtlinien, an europäisches Regelwerk zu halten. Aber wir wissen und wir sehen, wie schwierig das ist. Zum einen und zum anderen würde ich auf jeden Fall dem Satz oder dem Widerspruch zustimmen, dass Souveränität natürlich nicht abkapselung bedeutet.

26:41 Das ist überhaupt nicht so, ganz im Gegenteil, das bedeutet ja einfach, dass man im ersten Schritt unabhängig agieren kann, und es ist ja quasi nichts wichtiger, als unabhängig agieren zu können, weil wenn man es andersherum denkt, dann wäre es ja quasi so, dass man. Den Kampf, den Kampf oder diesen Weg direkt aufgibt und sich jeder Regelung oder dem Weg aus China aus den USA einfach unterwirft oder unterliegt und sagt, Na ja, gut, da schließen wir uns einfach an, da laufen wir halt einfach hinterher und da muss man schon auch größer denken, wir sind halt eben wir sind in einem digitalen Zeitalter angekommen. Nicht nur Unabhängigkeit, sondern unsere Sicherheit, unsere Sicherheitsinteressen hängen im digitalen Raum und da können wir uns nicht von anderen globalen Mächten, die unter Umständen ganz andere Interessen, keine demokratischen Strukturen, ganz andere Werte, die den europäischen Werten grundsätzlich entgegenstehen, abhängig machen, weil das wird uns auf die Füße fallen, und deshalb finde ich, also ja, der das.

27:51 Also Souveränität ist nicht abkapselung. Es ist einfach, dass man den anderen selbstbewusst gegenüberstehen kann, würde ich sagen, oder was denkst du? Ich sehe es genauso und ich habe da viel drüber nachgedacht, weil ich finde es einen spannenden Ansatz. Man sieht natürlich in manchen Fällen, dass einfach die EU auch an Grenzen kommt, wenn sie versucht, ihre zwar teilweise sinnvollen Regeln durchzusetzen, aber zum Beispiel die Datenschutzgrundverordnung ist ja das beste Beispiel, klar gibt es da hohe Strafen, wenn man datenschutzverstöße begeht, dann. Aber man muss diese Firmen auch erst mal erreichen. Ja und der Baden württembergische Datenschutzbeauftragte versucht seit Jahren das Unternehmen Pimeis zu zu zu erreichen, was halt ne Gesichtersuchmaschine ist und n grotesker Datenschutzverstoß, aber da malen die Mühlen der Behörden halt einfach langsam, ja. Ich habe auch über Positivbeispiele nachgedacht, zum Beispiel in in Dänemark gibt es n Bezahlsystem namens Mobile Pay.

28:48 Das hat sich mal die Danske Bank ausgedacht, 2013 und das das wird inzwischen von allen Banken akzeptiert. Ja, also in Dänemark brauchst du kein Paypal und eigentlich auch nicht keine Kreditkarte, jeder Flohmarktstand akzeptiert mobile Pay und es funktioniert einfach übers Bankkonto. Also es ist halt so ein Wechselspiel ja wieder anderes Beispiel wären die großen Sprachmodelle es gibt ja europäische Anbieter wie Mistral zum Beispiel, die eine tolle Alternative zu ChatGPT, Claude und Gemini anbieten, aber was nutzen die meisten Menschen eben nicht, mistral deswegen ich glaube man hat sich lange Zeit einfach zu einfach gemacht, man hat die Warnungen von Experten auch bewusst ignoriert und wir müssen einfach feststellen, wir sind abhängig, wir müssen mehr tun und. Und ja, aus der Abhängigkeit werden wir nicht schnell rauskommen.

29:38 Aber wir müssen auf jeden Fall jetzt mal was tun. Ja, damit wir zumindest in zentralen Bereichen unseres Staates und wie unsere komplette Infrastruktur funktioniert, eben unabhängiger werden. Genau das würde ich auch sagen. Also natürlich hat man da zu lange gewartet, viel verschlafen, wie auch immer, das haben wir jetzt aber auch schon alle oft genug gehört und das bedeutet ja nicht oder kann ja nicht ein Argument dafür sein, ja, dann können wir es gleich ganz lassen, es wäre ja schrecklich, also wenn das der Ansatz ist. Logisch. Einen spannenden Impuls hab ich noch mitbekommen von Neil Lawrence. Der ist Professor für Maschinelles Lernen an der Cambridge University und die Frage seines Panels oder Gesprächs war ja, warum sollten KI und Roboter nicht einfach komplett übernehmen, wenn sie einfach besser und effizienter als Menschen sind?

30:23 Also schon ne leicht provokative Frage und er hat dazu ganz viel gesagt. Aber um es jetzt mal auf die Quintessenz zu bringen, er hat gesagt ja vieles was wir täglich auf der Arbeit tun ist vielleicht unsinnig und Zeitverschwendung, aber auch KI kopiert halt momentan einfach menschliche Intelligenz. Genau das kommt ja irgendwo her. Und er hat gesagt, man kann KI nicht für Entscheidungen verantwortlich machen, die sie getroffen hat. Niemand kann nachher sagen, wenn ne KI ne falsche Entscheidung getroffen hat. Ja, du bist dafür verantwortlich. Die großen Firmen werden dafür nicht haften und er hat gesagt, ja, sie sollten entscheiden und nicht Same Oldman, alles andere fände er sehr dystopisch und er hat auch der Politik ne Schuld gegeben und hat gesagt die Politiker haben sich von dem entfernt, was die Menschen eigentlich wollen, es gäb nur noch pessimistische Erzählungen und vor allem die politische Mitte hole die Menschen einfach nicht mehr ab. Er hat gesagt, die meisten Menschen würden sich ihre Zukunft so vorstellen, dass es eine Version des Lebens ist, wie wir es hier in Europa gerade führen, und mehr wie die USA zu werden, hält er für eine furchtbare Idee. Und deswegen war eben ja.

31:27 Das glaube ich aber auch. Und sein Fazit war deshalb? Wenn man die Menschen von neuen Technologien überzeugen möchte, dann muss man die mitnehmen, die am meisten Angst davor haben. Und dann ist es nachhaltig und quasi sein. Meine Worte jetzt, das geht halt nicht, indem man ihnen erzählt, KI nimmt dir deinen Arbeitsplatz weg, alles wird schlimm und. Lange bevor es überhaupt soweit ist, sage ich mal ja, also ja, wie stehst du dazu? Ja, also ich habe mich eigentlich auch wirklich davon verabschiedet, von diesen dystopischen Erzählungen. Die KI wird alles übernehmen und wir werden unnötig und überflüssig, und die Welt wird ja sowieso ganz furchtbar, wie du jetzt auch gesagt hast, das will keiner hören und ich glaube, dass.

32:15 KI, das wird auch negative Effekte haben, da fallen Arbeitsplätze weg, da fallen Kompetenzen weg, die man auch nicht 1 zu 1 übersetzen kann, weil einfach die Kompetenzen dieser Person unter Umständen nicht 1 zu 1 da rein übertragbar sind, wo neue Kompetenz gebraucht wird sozusagen. Aber es ist so eine immense Effizienzsteigerung. Erleichterung, weiterbringen in so vielen Bereichen. Jeder der KI. Genutzt in irgendeiner Form es sei OK, vielleicht ein bisschen mehr als nur alles mit Chat GPT zu besprechen, wo Prozesse optimiert werden, angepasst werden, der spürt das und ich find das verlagert einfach das, was wichtig ist und das, was wichtig ist. Es sind die Schnittstellen, also menschliche Interaktion, Entscheidungsfindung, Strategien entwickeln das große Ganze im Blick behalten, vielleicht auch mehr als Generalist auf verschiedenen Feldern zu agieren.

33:17 Das ist einfach anders. Aber ich finde, das ist eine, ja, wir wandeln uns halt, so ist das. Genau. Und wie gesagt, die Menschen müssen halt auch mitgenommen werden zu einem gewissen Teil und das geht halt nicht, indem man sagt, ja, wir wollen jetzt diese Technik einführen, die ersetzt sich übrigens, aber es ist ganz toll. Ja, genau, die Erzählung wird halt nicht funktionieren. Aber Na ja. Was auch nicht funktionieren wird, beziehungsweise wer diese dystopische Erzählung oder Erzählungen oft mitgeht, sind Medien und die Medien und wie Medien in Zukunft funktionieren oder welche Verantwortung sie haben, vor welchen Herausforderungen sie stehen, wurde auf der Tech unter anderem auch besprochen, unter anderem mit dem SWR Intendanten Kai Kniffke. Und das war ein Format, wo Fragen aus dem Publikum gestellt werden konnten.

34:06 Die muss ich sagen, in diesem Fall überraschend sehr fundiert und qualitativ hochwertig, und es waren kluge Fragen einfach, die ich wirklich toll fand, und da möchte ich direkt mal kurz einsteigen, weil einer dieser Zuschauer oder einer der Fragesteller eben die These aufgestellt hat. Dass er nicht glaubt, dass die Demokratie oder unsere westlichen Demokratien die Kombination auf Social Media und KI überstehen kann. Was will er damit sagen? Natürlich verändert Social Media, wie Medien genutzt werden, welche Informationsquellen Menschen und vor allem junge Menschen benutzt werden, welchen Quellen wird vertraut, was wird hinterfragt und was ist überhaupt echt, weil es gibt wahnsinnig viele KI. Generierten Videos, Sounds, Texte, Deepfakes. Also man kann im Prinzip seinen eigenen Augen und Ohren unter Umständen nicht mehr trauen und damit wird ja gerade in Wahlkämpfen das Internet oder Social Media kann damit geflutet werden, weil das natürlich in wahnsinniger Masse bereitgestellt werden kann, und das fand ich eine spannende These und ich wollte dich mal fragen, was du dazu denkst. Ich.

35:28 Ich fand es auch spannend und ich finde es überhaupt nicht leicht zu beantworten. Also zunächst mal würde ich sagen, die Demokratie überlebt so einiges, aber natürlich ist es ein sehr relevanter Faktor, wenn vor allem junge Menschen eben all ihr Wissen über die Welt nur noch über soziale Medien konsumieren oder noch schlimmer, eben indem sie einen Chatbot Fragen, der im schlimmsten Fall sich Antworten ausdenkt. Halluziniert falsche Sachen erzählt oder auch einfach komplett falsche Biases hat. Das halte ich für n großes Problem und es ist ja auch wirklich die Entwicklung geht ja dahin. Google hat sich ja inzwischen auch dahin entwickelt, dass du teilweise gar nicht mehr die Suchergebnisse siehst, sondern eben oben eben nur noch die Zusammenfassung von Gemmany.

36:18 Und ja, wenn das was da steht, eben nicht stimmt, hat man n großes Problem, weil die meisten Leute machen sich ja dann eben nicht noch die Mühe und gehen auf irgendeinen Artikel von irgendeiner seriösen Zeitung irgendein Medium oder checken auch noch, ob das, was die KI gesagt hat, überhaupt stimmt. Ich denke, da steuern wir natürlich auf ein Riesenproblem zu. Gleichzeitig glaube ich, dass das auch ein lösbares Problem ist. Es braucht einfach mehr Medienkompetenz in allen Bereichen, das ist jetzt aktuell noch nicht gut. Ja, viele Kinder und Jugendliche haben keinen Kontakt mehr zu traditionellen Medien, weder zum Fernsehen noch zur Tageszeitung, noch zum Radio, sage ich jetzt mal, sondern die sind nur noch im Internet und dafür braucht es halt einfach Lösungen.

37:06 Da haben die meisten Medienhäuser noch keine allzu gute Lösung gefunden, manche eben schon, und da muss man auch ehrlicherweise sagen, Kai Knifka hat sich ja auch viel gelobt, wie toll sie bei Tik TOK unterwegs sind mit der Tagesschau und so, und dass es viele Leute schauen, ja, der öffentlich rechtliche Rundfunk macht es gut. Aber was ist mit den ganzen anderen Medienhäusern? Genau, aber der SWR setzt sich halt auch nicht in Brackenheim hier in der Nähe in den Gemeinderat und schaut was da abgeht. Ja und das macht auch in Macht auch der NDR nicht und der MDR nicht und der Saarländische Rundfunk tut es auch nicht. Ja, also das sind eben die Medien, die das Geld haben, auch Leute zu beschäftigen, die sich richtig gut mit TIK tok auskennen und wissen, welche Formate da funktionieren. Also was in der riesigen Krise ist. Wir haben schon oft drüber gesprochen. Ist eben der Lokaljournalismus, und wenn da die KI jetzt auch noch die letzten Klicks abgreift und wie der Keuth und dann seh ich da n großes Problem, auch wenn ich die Demokratie jetzt noch nicht in Gefahr seh, wie sieht es bei dir aus, was glaubst du?

38:08 Also bei der Medienkompetenz. Ich stimmte natürlich grundsätzlich zu. Das ist jetzt für, aber wenn du so sagst, ja nee, noch mal. Also bei der Medienkompetenz, da stimme ich dir natürlich grundsätzlich zu, aber da muss ich auch schon sagen und ich weiß, das hört sich jetzt wirklich an wie ein Boomer Argument und vielleicht stimmt es auch nicht und ich möchte natürlich auch nicht eine Generation oder junge Menschen oder so oder. Jugendliche. Ja, pauschalisieren. Was mir aber schon sehr oft mittlerweile und sehr stark auffällt und das besorgt mich schon, ist dieses. Ich muss einfach Unvermögen nennen, kritisch zu hinterfragen, noch mal über was nachzudenken, was ich les oder was ich seh, woanders noch mal nachzuschauen, sich mit Dingen auseinanderzusetzen, das ist was, was derart irgendwie.

38:58 Nicht vorhanden ist. Es ist überhaupt kein Wille da oder kein Ja. Es wird die Notwendigkeit nicht gesehen und das natürlich nicht bei allen und das finde ich n großes Problem, weil ich mich frag, wie will man das lösen, weil es dann auch oft so scheint, als ob sie sich, das ist natürlich je nach Alter bei Jugendlichen sowieso schwierig, das so von außen oder von Erwachsenen sag ich mal sich sagen zu lassen, weil das will man dann gar nicht hören und ach da kein Bock und so, aber. Das ist halt n relevantes Alter wo das irgendwie ankommen muss und es kommt nicht an und das macht mir schon große Sorgen, muss ich sagen. Auf der anderen Seite, du hast jetzt Krise vom Lokaljournalismus oder die abnehmende Relevanz auch genannt. Natürlich ist das ein Punkt, aber aufs große Ganze betrachtet muss ich ja auch sagen, man kann das ja auch andersrum sehen, also ob das dann gut oder schlecht ist, ist das eine, aber also wer sorgt dafür, dass die sozialen Medien oder KI generierte Inhalte so.

40:00 Häufig in großer Anzahl Demokratiefeindlich, autoritär besetzt sind oder dass das das ist, was so laut ist, sozusagen. Es gibt ja auch noch die anderen Akteure, die die auf der demokratischen Seite, sag ich mal, stehen und die hätten oder haben ja auch jede Möglichkeit, jedes Instrument, ich sag mal dagegen zu steuern, dagegen zu fluten. Lautstärke von mir aus mit Lautstärke zu begegnen. Also es ist ja nicht so, dass man dem jetzt denen jetzt einfach so das Feld überlassen muss und sagen muss, ja gut, da, da haben wir, da können wir jetzt eh den Rückzug antreten, das halte ich für einen großen Fehler, da müsste man viel selbstbewusster aktivieren. Und vielleicht auch pragmatischer, dass man da einfach mit mehr Wumms, sage ich mal, gegen kommuniziert. Das passiert, finde ich zu wenig, man kann sich auch nicht immer nur daran abarbeiten, was machen die anderen oder wie funktioniert, warum funktioniert es bei denen so gut oder ich weiß auch nicht, ja und deshalb, da würde ich sagen, die sind ja auch da, also es ist ja nicht so, als ob da nicht die Möglichkeit da wäre.

41:09 Und deshalb bin ich da eigentlich schon nicht völlig hoffnungslos. Genau. Und ich find hier hat zum Beispiel die Europäische Union auch ne große Marktmacht. Ja, natürlich können und müssen die diese Digitalkonzerne stärker in die Mangel nehmen. Ja, ich frag mich zum Beispiel, es wurde ja. Es scheint ja wohl irgendwie so eine Vorgabe zu geben, dass du, dass du ein Feed zum Beispiel bei Instagram bekommen kannst, der eben nicht mit Algorithmen gefüttert wird, sondern eben du bekommst nur noch die Beiträge angezeigt, von denen Konten, denen du auch folgst, so wie es früher mal war. Ja, aber der ist irgendwie schwierig zu erreichen, oder so macht es doch einfach als Gesetz, die EU kann doch einfach vorschreiben, dass jede App, die irgendwie einen algorithmisch gefütterten Feed hat. Auch n Feed haben muss, der chronologisch geordnet ist oder nur die Inhalte zeigt, die denen du auch folgst. Ja, kann man alles machen, da wird dann wieder über Regulierung geschimpft und so oder zum Beispiel die KI Verordnung ja da wird ja auch hart dran gedoktert und gesagt, ja das ist irgendwie alles ganz schlimm und so, ich find es prinzipiell nicht schlecht, dass man sich auf europäischer Ebene geeignet hat zu sagen, guck mal das hier ist KI Technik, die ist wirklich hochrisikobehaftet und die wollen wir schnell stärker regulieren und.

42:22 Klar, es wird immer Beispiele geben, wo das dann zu ganz viel Bürokratie führt, aber das wird KI Lösungen, die irgendwie dafür sorgen, dass du Risse in irgendwelchen Materialien erkennst, mit Hilfe von Bilderkennung. Das wird das nicht betreffen. Ja, das muss man auch klar so sagen, da ist ganz viel Unfug auch im Umlauf. Ja gut, dann haben wir jetzt eigentlich einmal einen Großen. Bogen geschlagen angefangen haben wir. Wo kam die Tech in Heilbronn eigentlich her? Hinzu stirbt jetzt die Demokratie an KI und Social Media, aber ich würde sagen, manchmal muss man den großen Bogen schlagen und das haben wir jetzt hoffentlich mehr oder weniger geschafft. Genau und den Ausblick für die Tech können wir auch noch geben. Du hast schon gesagt, sie wird weiter stattfinden. Gerd Franowski, der CEO der Schwarzgruppe der Komplementär hat auch gesagt, sie finden das ganz toll, was sie auf die Beine gestellt wurden und sie wissen auch, dass Heilbronn jetzt nicht der Nabel der Welt ist.

43:25 Aber für sie ist es ne große Sache, dass die Leute hierher kommen, dass die Leute Netzwerken und nach Hause gehen und wissen, es war es wert, nach Heilbronn gekommen zu sein auf die Tech. Und und hoffentlich wiederkommen. Genau und hoffentlich wiederkommen. Das ganze soll wachsen und er hat gesagt, wenn man als Lebensmitteleinzelhändler 11 Milliarden in ein Rechenzentrum investiert, dann zeigt man glaube ich schon, dass man es ernst meint mit der Digitalisierung. Und mit der digitalen Souveränität. Wir freuen uns. Wir freuen uns, mal schauen was wird und damit entlassen wir euch ins Wochenende beziehungsweise ins Ende der Woche. Macht’s gut. Folgt uns auf Spotify, auf Apple Podcasts, Amazon Music, Youtube Music und anderen Plattformen und.

44:06 Schreibt uns gerne entweder per Mail oder über Instagram. Sleitet uns in die G Ms oder hinterlasst uns einen Kommentar auf Spotify. Alle Angaben dazu findet ihr in den Shownotes. Und damit wünschen wir euch eine schöne Woche. Macht’s gut bis zum nächsten Mal, bis wir hören uns wieder. Ciao ciao.

Laufzeit: 45 Minuten. Erschienen am 4. Juni 2026.