Folge 2 · Was ist eigentlich der Friedensrat von Donald Trump, und brauchen wir die UN deshalb nicht mehr? Und was steht im geleakten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung?
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Worum es geht
Am 22. Januar 2026 hat Donald Trump in Davos einen Friedensrat gegründet, dem er auf Lebenszeit vorsitzt. Nicht als US-Präsident, sondern als Person. Eingeladen waren über 60 Staaten, zugesagt haben 26, aus der EU nur Ungarn und Bulgarien. Wer mitmachen will, zahlt eine Milliarde Dollar für die ersten drei Jahre. Wir sprechen darüber, was wir von diesem Gremium halten und wie Deutschland damit umgehen sollte.
Das zweite Thema unserer Folge ist ein Papier, das noch gar nicht öffentlich sein sollte: Der Entwurf des Klimaschutzprogramms aus dem Bundesumweltministerium, 331 Seiten lang. Das Papier wurde geleakt und birgt erheblichen Sprengstoff. Denn darin steht schwarz auf weiß, dass Deutschland die Klimaneutralität 2045 verfehlen wird – um 204 Millionen Tonnen CO2.
Korrektur: Beim Gespräch über die E-Auto-Zulassungen hat sich ein Fehler eingeschlichen: Der Zuwachs von 250.000 E-Auto-Zulassungen bezieht sich auf das Jahr 2024.
Diese Fragen stellen wir
- Wer sitzt im Friedensrat, und wer entscheidet über das Executive Board?
- Warum wurde Kanada wieder ausgeladen?
- Schwächt Europa die UN, wenn es dem neuen Gremium fernbleibt – oder wenn es mitmacht?
- Was steht im geleakten Entwurf des Klimaschutzprogramms?
- Warum sind die Sektoren Verkehr und Gebäude seit Jahren Sorgenkinder?
- Was kosten Deutschland die verfehlten Klimaziele konkret?
Kapitel
- 01:56 – Vorsitz auf Lebenszeit: Wie der Friedensrat aufgebaut ist
- 06:53 – Warum Friedensrat und UN nicht vergleichbar sind
- 12:42 – Marco Rubios Rede in München und Europas Reaktion
- 27:33 – Das geleakte Klimaschutzprogramm: 204 Millionen Tonnen zu viel
- 31:32 – Die Sorgenkinder Verkehr und Gebäude
- 41:52 – Netze, Speicher und das Totschlagargument Technologieoffenheit
- 52:24 – Cringe der Woche: Klarnamenpflicht, D-Mark und „Merzoni“
Relevante Quellen
- UN-Sicherheitsrat begrüßt Friedensrat-Gründung https://docs.un.org/en/s/res/2803(2025)
- Was ist der Friedensrat? https://www.zdfheute.de/politik/ausland/friedensrat-trump-usa-gaza-nahost-100.html
- Völkerrechtler analysieren Friedensrat https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/trumps-friedensrat-voelkerrecht-un
- Leak Klimaschutzprogramm 2026 https://table.media/assets/entwurf-klimaschutzprogramm.pdf
- Analyse Klimaschutzprogramm https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/klimaschutzprogramm-geleakt-was-steht-im-dokument-ziele-100.html
Automatisches Transkript dieser Folge
00:00 Kontext und Krawall, der Politikpodcast mit Marie und Christoph. Herzlich willkommen zur ersten politischen aktuellen Folge von Kontext und Krawall, dem Politik-Podcast. Ich bin Christoph und Marie ist auch dabei. Genau, ich bin auch dabei. Sehr schön. Wir schreiben heute den 19. Februar und freuen uns, dass ihr da seid und wir haben zwei Themen, mit denen wir jetzt direkt loslegen würden. Ja, würde ich auch sagen. Wir fangen einfach direkt mal an und ich würde sagen, da mache ich mal den Anfang unbedingt und würde ja dann gern die nicht richtig Frag doch Frage stellen. Doni, wir brauchen die UN. Echt? Warum brauchen wir die UN? Nee, was sagst du dazu? Hm. Ja, ich bin nicht so ganz sicher. Also eigentlich dachte ich immer, das hat sich ganz gut bewährt. Da gab’s ja den Sicherheitsrat und die Generalversammlung und ich meine, wir haben mit Annalena Baerbock ja auch immerhin eine Frau von uns, die dort das ganze leitet. Also finde ich jetzt schade, wenn es das nicht mehr bräuchte. Warum? Was ist da los? Ja, also warum braucht es nicht mehr? Weil Donald Trump gerne ein anderes Gremium gründen würde bzw. gegründet hat und das passt heute super gut, weil heute kommt der Friedensrat zum ersten Mal zusammen in Washington und vielleicht erkläre ich mal ganz kurz oder vielleicht auch ein bisschen länger, was denn der Friedensrat eigentlich ist oder was es damit auf sich hat. Der Friedensrat kommt also heute zum ersten Mal in Washington zusammen und wurde am 22. Januar 2026 in Davos gegründet parallel zum Weltwirtschaftsforum. Klar, was man halt so macht. Ja. Und was ist jetzt das Problem oder das Besondere an diesem Friedensrat?
01:56 Also, der Vorsitzende ist Donald Trump. Und die erste Besonderheit ist vielleicht schon mal, dass Trump diesen Gremium nicht als Präsident der USA vorsitzt, sondern als Person auf Lebenszeit. Also ist nicht mit seinem Amt gekoppelt, sondern er sitzt dem eben als als Donald Trump vor. Und ursprünglich wurde der Friedensrat gegründet, um den Gaza-Krieg nicht zu beenden, aber um alles, was nach dem Gaza-Krieg auch der Wiederaufbau folgen sollte, zu koordinieren. Dafür gab es auch eine UN-Resolution, die im Herbst letzten Jahres verabschiedet wurde und es gab dafür ursprünglich auch ganz schön viel Unterstützung aus der UN. Man hat dieses Vorhaben eigentlich total begrüßt.
02:36 Jetzt ist es aber so, dass der Wiederaufbau von Gaza auch gar nicht mehr in der Gründungscharta zu finden ist. Des Friedensrats, also es taucht überhaupt nicht auf. Und Trump hat dann gesagt, na ja, es geht eigentlich eher drum, Konflikte und Kriege grundsätzlich auf der Welt zu verhindern und zu vermitteln, wenn es doch dazu kommt, was ja ab und an leider mal passiert. Also der Rat an sich besteht aus den teilnehmenden Staats- und Regierungschefs und soll einmal jährlich tagen und nach Mehrheit entscheiden. Neben diesem Part, der Staats- und Regierungschefs, gibt’s noch das sogenannte Executive Board, was das ausführende Organ, wie der Name schon sagt, sein soll. Und dieses Executive Board besteht aus sieben Mitgliedern, die allein von Donald Trump gewählt werden und er hat das die freie Entscheidung, wer der Mitglied sein soll. Aktuell gehören dem z.B. Jared Kushner an, sein Schwiegersohn, also Trumps Schwiegersohn und Steve Witkoff, US-Sondergesandter aktuell für den Ukraine-Konflikt und ja, also daran kann man schon festmachen, dieses Gremium ist schon darauf ausgerichtet, vielleicht nicht unbedingt in völligen Widerspruch zum US-Präsidenten zu stehen. Wie kommst du jetzt darauf? Ja, nach der Personenauswahl. Und wer ist jetzt Mitglied in dem Friedensrat?
03:53 Also eingeladen wurden über 60 Staaten. Zugesagt haben dem aktuell nur 26 aus der EU, Ungarn und Bulgarien. Ansonsten sind Staaten wie Saudi-Arabien, die Arabischen Emirate, die Türkei oder Belarus auch dabei. Und hier muss man sagen, Kanada beispielsweise war auch eingeladen und Kanada wurde wieder ausgeladen. Warum? Weil einfach die Reaktion oder das Verhalten des kanadischen Premierministers Donald Trump nicht gepasst hat auf dem Wirtschaftsforum in Davos und dann wurden die mal ruckzuck wieder ausgeladen und ich denke, das ist schon ziemlich bezeichnend und auch die Zusammensetzung der verschiedenen Staaten, die da bisher zugesagt haben, ist würde ich sagen mal mindestens speziell und nicht durch Demokratie gekennzeichnet. Eine unklare Position bisher haben China, Indien und Russland. Und was auch noch wichtig ist zu erwähnen, ist wenn man als Staat da Mitglied sein möchte oder Mitglied bleiben möchte, dann muss man eine Milliarde Dollar zahlen für die ersten drei Jahre. Also, da habe ich was ganz absurdes gelesen, wenn ich dich da kurz unterbrechen darf. Da stand eine Milliarde Dollar in Bar. Ja, das ist ziemlich absurd. Vielleicht Steuersparen, Steuerhinterziehung, aber ich habe Schwierigkeiten mir eine Milliarde Dollar in Bar vorzustellen. Also ich auch, der US-Präsident vielleicht nicht, vielleicht, aber auch kein Mitglied ist die EU, aber schickt zum heutigen Treffen zum oder zum ersten Treffen die Mittelmeerkommissarin und jetzt würde ich dich mal zwischen rein gerne fragen mit diesen ersten Infos, was du davon hältst. Also ich finde erstmal absolut wild, dass in welcher Geschwindigkeit es teilweise auch passiert ist. Also Trump hat ja seinen hat ja diesen ominösen 20-Punkte-Plan oder was es war vorgestellt. Dann ging das Ganze, ich glaube im November in den Sicherheitsrat. Der hat gesagt, ja, finden wir alles gut, wenn es darum geht, den Gaza-Krieg zu oder den Konflikt in Gaza zu beenden. Und jetzt im Januar wurde das Ding gegründet und jetzt schon zum ersten Mal getagt. Also rein von der Geschwindigkeit muss ich dem ganzen auf jeden Fall schon mal Respekt zollen. Spannend finde ich natürlich alles daran, wie dieser Rat zusammengesetzt ist. Das Executive Board besteht irgendwie aus illustren Leuten und vertrauten Trumps. Ich finde es abenteuerlich, dass es quasi eine Mitgliedsgebühr gibt von einer Milliarde Dollar. Ich bin kurios, dass die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesagt hat: „Nee, da machen wir jetzt nicht mit.“, aber Bulgarien und Ungarn schien die Ideen dann doch ganz gut zu finden und Albanien ist ja auch dabei. NATO Mitglied, die Türkei ebenfalls NATO Mitglied ist auch dabei. Also ja, eine bunte Mischung dieser Friedensrat wo man gar nicht so richtig weiß, was soll das jetzt eigentlich eigentlich sein? Braucht das wirklich? Ich verstehe ehrlich gesagt noch nicht wirklich, was da der Zweck dahinter ist.
06:53 Also der Zweck, ich glaube, wenn man aus der Sicht von Donald Trump denkt, ist der Zweck, ganz klar eine Konkurrenzorganisation zur UN herzustellen. Trump hat schon ganz häufig die UN unglaublich deutlich kritisiert und aber was man auf jeden Fall sagen muss, ist, dass diese Organe eigentlich nicht vergleichbar sind. Zum einen ist eben, das hast du auch schon gesagt, die Mitglieder dieses Friedensrats sind zum großen Teil autoritäre Staaten und die Mitgliedzahl ist einfach auch total gering. Es hat keinen universellen Anspruch. Die UN ist in 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden und hat einen absolut universellen Anspruch.
07:30 Also zum Vergleich zu gehören aktuell 193 Staaten, Gründungsmitglieder gab es 51. Also das ja das ist einfach kein Vergleich. Und zum Ziel, das finde ich eigentlich ein ganz schönes Zitat. Der UN wurde einmal gesagt, nämlich 1954, dass sie nicht dazu geschaffen wurde, um die Menschheit in den Himmel zu bringen, sondern um sie vor der Hölle zu bewahren. Also auch ein großes Ziel ist den negativen Frieden auf der Welt zu bewahren. Das bedeutet die Abwesenheit von militärischer Gewalt. Gut, wir wissen, das funktioniert nur bedingt. Aber es ist eben ein Gremium, worauf sich die Welt, kann man schon sagen, verständigt hat und die einfach die Grundpfeiler für unsere internationale Ordnung legen. Wie funktioniert internationales Handeln? Wie gehen Staaten miteinander um, wie funktioniert unser internationales Recht? Und mit alldem hat dieser Friedensrat eigentlich nichts zu tun. Und man sieht es auch schon. Donald Trump will dem auf Lebenszeit vorsitzen. Es ist eigentlich ein total personifiziertes autoritäres Organ und man kann eigentlich, finde ich, auch nicht sagen, dass es der dem Frieden auf der Welt zuträglicher ist, wenn man ein Konkurrenzorgan zu gründet und gerade wenn es aus den USA kommt, finde ich das eigentlich fatal. Mhm. Vielleicht noch mal einen Schritt zurück. Du hast viel über die UN gesagt. Einerseits stimme ich dir da natürlich zu und ich finde es auch total stark, dass man die UN überhaupt gegründet hat. Das muss man sich glaube ich mal mal vorstellen, dass es bestimmt weder einfach war noch eine Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig habe ich da auch so ein bisschen immer ein Bauchgefühl, wenn ich davon höre. Ich finde, es ist wenig greifbar. Es ist immer unfassbar schwierig, dass bis Resolutionen gefasst werden. Man ist sich oft nicht einig. Es gab in der Vergangenheit ja schon Fälle, in den Resolutionen gezielt genutzt wurden, um einzelne Länder dann auch zu verurteilen. Z.B. gab es ja gezielt auch Resolutionen, die sich gegen Israel gerichtet haben. Gab es auch viel Kritik daran. Dann gibt’s den UN Sicherheitsrat, indem man ja das Einstimmigkeitsprinzip hat, wenn ich mich recht erinnere, richtig, was ja zu großen Problemen gesorgt hat natürlich mit Russland, die natürlich alles blockiert haben, was irgendwie sich gegen Russland richtet. Also hat Trump nicht auch irgendwo ein Punkt, wenn er sagt, die UN so richtig kommt da nichts voran? Das also die Langsamkeit und auch das hat sich ja zu einer riesigen und wahnsinnig komplexen Organisation entwickelt und es gibt sicherlich ist diese Kritik schon irgendwo und an manchen Punkten auch berechtigt. Das würde ich, dem würde ich auch nicht unbedingt widersprechen. Aber ob die Lösung jetzt ein neu gegründeter Friedensrat von Donald Trump ist, das bezweifel ich mal ganz stark. Und man muss sich auch immer klarmachen oder ich finde man eine absolut zentrale Frage ist, wenn die USA oder Trump sagt, ja, sie möchten vermitteln in militärischen Konflikten. Was heißt in dem Fall vermitteln oder was heißt es unter dieser US-Administration? M das heißt eigentlich oder das es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass es das heißt, dass die USA ihre Prinzipien oder ihre Linie, die unter dieser Regierung gefahren wird, durchsetzen möchte und auch ihre Interessen durchsetzen möchte und das Vermittlung dann einfach bedeutet, dass man auch absolute stellt, nee, nicht absolute, sondern es fehlt Ultimaten. Ultimaten, wenn man den Vorstellungen, die man da anbringt, nicht irgendwie entspricht. Und das ist eigentlich auch nicht eine klare Vermittler. Also, wie siehst du das? Du hast gesagt, Donald Trump ist auf Lebenszeit der Chef von dem ganzen Ding und zwar nicht der US-Präsident, sondern eben Donald Trump. Das hätte man ja ganz einfach lösen können, indem man sagt, so, man wechselt diesen Posten oder es ist der US-Präsident. Also ist es wirklich ein reines Egoprojekt von ihm? Na ja, das glaube ich schon, oder? Was glaubst du? Also nicht, also nicht er hat jetzt gerade also wir haben schon den Auftrag der Veranstaltung, das haben wir schon mitbekommen, seine Rede auch. Da hat er noch mal klar betont, es geht ihm jetzt auch nicht mehr um den Friedensnobelpreis, zumindest nicht hauptsächlich. Das glaube ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Aber sein Anliegen ist natürlich Frieden in die Welt zu bringen. Natürlich ein sehr ehrbares Anliegen. Ich glaube, dass es wahnsinnig viel mit seinem Ego zu tun hat. Und ich würde jetzt aber trotzdem auch noch mal kurz dazu die Brücke schlagen zu grundsätzlich der Ausrichtung der USA in ihre Außen und Sicherheitspolitik, weil das schon ganz gut zur letzten Woche oder zur vergangenen Woche passt, wo die Münchner Sicherheitskonferenz war und zu Ende gegangen ist. Und der Außenminister Marco Rubio eine Rede gehalten hat, für die er Standing Ovations bekommen hat. Der deutsche Außenminister ist einer der ersten, die aufgestanden ist und hat danach auch noch mal betont, na ja, es wäre ja so ein starkes Zeichen für Partnerschaft gewesen und auch da geht’s um ja Frieden und Sicherheit in der Welt und ich habe das nicht so richtig, ich konnte die auch die medialen Reaktionen teilweise, ich konnte das nicht so richtig nachvollziehen und es hat mich sehr verwundert, wie ging es dir da?
12:42 Also Marco Rubio war ja eine der Personen, als Donald Trump sein Kabinett vorgeschlagen hat, wo alle gesagt haben, der kann das, der ist erfahren, das ist eigentlich ein Mann, mit dem man umgehen kann und der Auftritt in München, ich fand den einen krassen Gegensatz zu dem von JD Vance im Jahr davor. Das muss man einfach sehen. Also, da wurden halt ganz andere Töne angeschlagen, weil bei JD Vance, der hat ja im Prinzip nur das Ansinnen oder der hat ja hat ja gegen gegen gegen, sage ich mal, gegen Europa gepoltert, hat ja gesagt, hier gibt’s keine Meinungsfreiheit mehr, hat alle möglichen Vorwürfe gemacht und es war bei Rubio ja nicht so. Das stimmt und ich glaube, dass das auch ein ganz großer Punkt ist, was dieses diese Reaktion ausmacht, dass man glaube ich alle große Angst hatten vor dieser Rede, große Angst hatten, dass sich das aus dem Vorjahr mit JD Vance, dass ich das noch mal wiederholt, wo der Schock wirklich so tief saß.
13:40 Aber ich habe diese Rede schon irgendwie, ich würde sie nicht als versöhnlich beschreiben, weil einfach es ganz deutlich wurde. Es wurde zwar zwar hat er in Worten gesagt, dass man Europa als Partner braucht und Europa auch als Partner möchte, aber es wurde immer wieder und mehrfach in dieser Rede betont, dass man Europa auf dem Weg der USA, den die USA gerade gehen möchte. Und es bedeutet im Prinzip ist das das Prinzip friss oder stirb. Ihr geht mit uns mit und wir wollen euch auch, aber wenn ihr das nicht mitgeht oder nicht mittragt, den Weg der Trump Administration, dann habt ihr einfach ein Problem. Wir werden keine Rücksicht nehmen. Und außerdem hat er auch unglaublich deutlich gemacht, dass es die alte Welt oder die Weltordnung auch nicht mehr gibt.
14:27 Hat ganz klar gemacht, was er von Völkerrecht, von internationaler Ordnung hält, nämlich gar nichts. Und darüber wurde wahnsinnig wenig berichtet. Fand ich hat er ganz er hat es auch ausgesprochen, dass die USA sich als Entdecker verstehen und als Land, was ich ausbreiten möchte und was auch Anspruch erhebt vor allem auf Südamerika. Und damit hat er ganz klar imperialistischen Anspruch formuliert, was mit dem Völkerrecht überhaupt nicht vereinbar ist und eigentlich auch nicht mit Europa. Und ich finde, dass es schon Möglichkeit gegeben hätte. Natürlich ist es absolut logisch, man braucht die USA und man kann nicht erst wieder auf Partnerschaft setzen, wenn ich sag mal eine völlig andere Administration da im Amt wä. Das ist logisch. Und es gehört auch zum zur Jobbezeichnung des Außenministers, dass man da diplomatisch agiert und dass man da immer die Hand ausstreckt. Aber ich glaube trotzdem, dass Europa gut getan hätte oder gut tun würde, wenn man da einfach mit mehr Stärke dem schon auch mit Worten was entgegenbringt. Ich fand auch ganz bezeichnend, Wolfgang Ischinger hat auch sich so unglaublich bedankt bei Marco Rubio für diese Rede und da, das fand ich schon fast unterwürfig und da dachte ich, das ist nicht nötig oder das sollte man nicht machen als als Europa. Das wä eine Sache, die ich mich gefragt habe. Mir gesagt, Ursula von der Leyen hat abgelehnt die Einladung zum Friedensrat. Deutschland auch hat jetzt zwar ein Beamten geschickt, aber es wird kein Minister dran teilnehmen und auch das recht nicht der Bundeskanzler. Findest du es richtig zu sagen, wir machen da nicht mit? Ich finde es richtig. Weil ich glaube, dass je mehr man da ja sagt, einfach nur quasi um Raum zu geben für vielleicht eine neue Plattform oder auch um Partner nicht zu verprellen. Je mehr Stärke man dem einen Zug zugesteht, desto mehr schwächt man, glaube ich, die Organisation, die es schon gibt, nämlich die UN. Und ja, da man könnte stundenlang über Kritik an der UN sprechen, aber das ist eine universelle Organisation und ich finde diesen Anspruch kann man ihr trotzdem zugestehen und damit hat dieser Friedensrat einfach nichts zu tun. Und wie wird Frieden dann definiert von diesen Staaten, die da Mitglied sind oder ist es nicht eine reine eine reine Interessens Interessensvertretung und eine Rechtfertigung auch von Machtansprüchen? Auch das glaube ich ist möglich.
17:01 Ja, oder wie findest du es falsch oder richtig? Es hat mich einfach ein bisschen überrascht zu sehen, dass manche europäischen Länder gesagt haben, sie sind zumindest als Beobachter dabei oder sie sind komplett dabei. Da finde ich zeigt Europa dann auch wieder eine absolute Zerrissenheit, wenn nur manche dabei sind und andere nicht. Und natürlich kann man sich jetzt sagen, man wünscht sich, dass man geschlossen nicht mitmacht. Also ich tue mir ich tue mir unglaublich schwer damit da einfach, sage ich mal, dass da jetzt offensichtlich was passiert mit vielen Ländern, die sich zusammen an einen Tisch setzen und da einfach zu sagen so, nee, da sind wir nicht dabei, finden wir falsch. Also, ich denke, man kann es vielleicht in beide Richtungen sehen. Die Frage, die ich mir jetzt natürlich auch stelle, natürlich geht’s ja jetzt erstmal um den Gaza-Konflikt und was da eigentlich passieren soll. Wie soll es da jetzt eigentlich weitergehen? Also das Ziel oder die der UN Sicherheitsrat hat ja da einige Sachen gesagt, das begrüßen sie und sie begrüßen auch diesen Plan, den Trump für den Gazastreifen hat. Was soll da jetzt passieren? Ja, aber wo werden dann Entscheidungen getroffen? Ist ja auch eine nächste Frage, auch wenn man es in Anführungszeichen nur auf Gaza bezieht. Wo treffen wir zukünftig Entscheidungen von internationaler Relevanz, von die international rechtlich bindend sind? Es gibt das große Problem bei internationalem Recht. Wir haben keinen Weltstaat, keine Weltpolizei. Das ist klassische Problem des Völkerrechts, der Durchsetzung. Aber trotzdem machen wir das in einem Gremium, was sich demokratisch entwickelt hat, wo abgestimmt wird in der UN oder machen wir das in dem von dem US-Präsident aufgesetzten Gremium mitgliedsstaaten, die Beiträge zahlen und ja, was eben keinen universellen Anspruch hat. Ich stimme dir voll zu, dass es glaube ich nicht gut ist, wenn man die Sache nicht mal beobachtet oder überhaupt nicht sieht was was passiert. Sind wir in der Beobachterrolle vielleicht vor Ort? Ist man auch im Austausch? Also, man sollte natürlich nicht das sollte keine Abkapselung stattfinden, da würde ich dir auf jeden Fall zustimmen, aber dass ich dann so Parallelorganisationen in der internationalen Ordnung, wie wir sie bisher kennen, aber vielleicht man kann natürlich auch sagen, die gibt es dann halt nicht mehr. Es gibt sie einfach nicht mehr, wie sie bis wie wir sie bisher kannten. Das finde ich tatsächlich aber nicht in richtigen Ansatz oder damit möchte ich mich auch nicht so richtig anfreunden.
19:36 Absolut. Und wenn man es so sieht, müsste man dann im zweiten Schritt aber eigentlich sagen, dann ist es eigentlich wirklich schwach, dass die EU nicht sagt, wir bleiben dem ganzen als Ganzes fern und geben dem, sage ich mal, keine Chance. Top oder top. Ja, genau. Genau. Dazu wollte ich eigentlich auch noch was sagen. Das natürlich wie schon so oft ein absolut fatales Signal, sehe ich ganz genauso, dass man da als EU oder sagt nein, aber dann einzelne Mitgliedstaaten bzw. Albanien und Ungarn sind dabei. Das macht halt so traurig. Das ist das absolute Grunddilemma, was die EU zurzeit hat. Zu wem ist Marco Rubio gefahren? Nach der Münchner Sicherheitskonferenz zu Orbán nach Ungarn und in die Slowakei. Zwei EU-Staaten, die also Ungarn hat den demokratischen Weg auf jeden Fall schon verlassen. Das zählt zu den autoritären Staaten.
20:25 Da sind wir uns wohl einig. Genau. Und da wurde großes Lob ausgesprochen. Ja, die Partnerschaft sei so gut zwischen Orbán und Trump und da wird natürlich einfach direktes, also wenn man sich wohlgesonnen gegenüber Donald Trump verhält, dann ist die Reaktion einfach total simpel und banal, dann ist es Lob und wenn man entgegengesetzt sich verhält, dann ist es einfach Feindschaft. Und das ist auch ein bisschen es ist einfach irgendwie auch ein bisschen kindisch dafür, dass die weltpolitische Bühne ist. Ja, jetzt passiert ja trotzdem was. Also, die haben sich getroffen, selbst wenn wir aus deutscher Sicht oder aus EU-Sicht sagen, wir finden das nicht gut, da wird eine Parallelorganisation aufgebaut und trotzdem treffen die sich jetzt. Jetzt wird versucht, die internationale Truppe zusammenzustellen, die in den Palästinensergebieten diesen diesen Wiederaufbau überwacht. Da kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, wie das dann funktionieren soll, wenn jetzt die Türkei und und Ungarn da dabei sind und dann sind am Ende vielleicht Soldaten aus diesen beiden Ländern in den Palästinensergebieten als internationale Truppe des Friedensrats unterwegs.
21:36 ja, auch noch NATO Mitglieder. Also, man sägt man sägt einerseits an der UN, aber die NATO ist dann quasi das nächste, wo wo wir dann, sage ich mal so so abbröckeln, so ja, ein Abbröckeln haben. Genau. Also, das ist auch eine Frage, die ich mir stelle und die wo ich glaube ich, wo wir einfach abwarten müssen, was passiert da in den nächsten Monaten wirklich? Was wird in Gaza wirklich passieren? Auch Entscheidungen, die eben von dieser wenn getroffen werden, die von dieser Organisation getroffen werden. Und wenn man das mal da auf, wenn man da auf Soldaten blickt, dann genau ist die nächste Frage, unter welcher in Anführungszeichen Flagge sind diese Soldaten da unterwegs? Sind es dann Friedensrats von diesen Ländern entsandt? Sind es NATO? Weil diese Länder sind Natomitglieder. Ist es eine UN-Truppe? Wird es nicht sein. Aber die gibt’s ja auch noch in der Theorie. Für solche internationalen Einsätze fragt man die dann gar nicht mehr. Außerdem sind gleichzeitig diese Länder ja schon auch Mitglied in der UN. Ist es dann irrelevant? Also, ich glaube, da gibt’s einfach ganz viel offene Fragen, wo man ja die nächsten Monate auf jeden Fall mal abwarten muss, was da dann konkret bei rauskommt oder was da so passiert.
22:53 Ja, das Wort Friedensratstruppen finde ich stellen sich mir schon ein bisschen die Nackenhaare auf, weil es klingt einfach absolut falsch. Und ja, die Frage die große Frage, es wird sich wahrscheinlich ja dann auch an der Hamas entscheiden, weil die sind ja momentan noch alles andere als bereit, sich entwaffnen zu lassen aus Angst vor Vergeltungsschlägen. Das ist auch eine Bedingung des 20-Punkte-Plans von Trump, die Entmilitarisierung der Hamas. Das ist sicher nicht die schlechteste Forderung. Also, ich glaube es gibt schon Forderungen in diesem 20-Punkte-Plan. Wo sich deshalb hat sicher die UN gesagt, da steht man dahinter, aber natürlich wie will man das machen in kurzer Zeit ohne wiederum, wenn die Hamas sich dem nicht zustimmt, wenn man dann wieder mit Militärschlägen droht oder wieder Militärschläge stattfinden, ist man dann näher am Frieden oder ist man es nicht? Aber da sind wir jetzt ganz schnell in der Frage des Nahostkonflikts oder des Gaza Konflikts, der in 10 Minuten auf gar keinen Fall durchzudeklinieren ist oder abzuarbeiten ist. Ich habe trotzdem noch eine Frage. Spulen wir mal einige Monate in die Zukunft. Der Nobelpreis wird wieder verliehen. Der Friedensnobelpreis. Ja. Glaubst du, da besteht auch nur irgendeine Chance? Glaubst du, wir blicken in dem Moment dann zurück und sagen, na, vielleicht gab es Fortschritte, vielleicht wird nur das Zeichen gewürdigt, das Engagement.
24:14 Glaubst es gibt eine Chance, dass Donald Trump den Friedensnobelpreis doch noch bekommt. Na ja, wenn er noch oft genug wiederholt, dass er schon acht Kriege beendet hat, wo er natürlich auch den Russland und Ukraine-Konflikt aktuell auch schon mit reinrechnet, wenn er es noch oft genug sagt, vielleicht glaubt es am Ende irgendjemand oder genug Leute und er überzeugt die Welt. Ich glaube es eigentlich nicht und ich fände es auch wirklich ganz fatal würde Donald Trump den Friedensnobelpreis bekommen. Aber ein bisschen muss man auch sagen, dass ich ein bisschen gelernt habe, es gibt nichts, was es nicht gibt oder was nicht vielleicht doch passieren könnte.
24:57 Dann möchte ich da eigentlich keine absolute Entscheidung jetzt treffen und du keine Prognosen für die Zukunft. Also am Ende denke ich mir, wie geil wäre es, wenn es am Ende irgendwie doch klappt? Ja, vielleicht auch verwerflichem Wege, aber ja, vielleicht ist es einfach in diesem unfassbar komplizierten jahrelangen Nahostkonflikt doch ja, eine Möglichkeit, dass irgendwas sich zum Besseren wendet. Ich weiß es nicht, vielleicht nicht. Es könnte es könnte ganz furchtbar in die Hose gehen. Es könnte ganz furchtbar in die Hose gehen. Und selbst wenn es klappt, sehen wir wahrscheinlich, dass Jared Kushner sich daran hemmungslos bereichert, die Riviera des Nahen Ostens zu bauen. Das ist natürlich auch alles andere als positiv, aber ja, auch ich f es fatal, wenn du den Friedensnobelpreis bekommen würde, aber ich halt es nicht mehr für unmöglich. Genau so geht’s mir auch. Das meinte ich damit. Ich glaube, glaube mittlerweile halt, es gibt nichts, was es nicht gibt. Und manchmal ist man ja schon auch echt so verwundert, was für Leute dann plötzlich doch irgendwie ein bisschen auf die Spur von Trump kommen und also da fall ich wirklich vom Glauben ab, wenn das passiert. Und jetzt, also um es mal ganz klar zu sagen, also es wäre natürlich großer Quatsch und es wäre auch einfach krass, wenn ja natürlich wäre das total krass, wenn Donald Trump den jahrzehntelangen hochkomplexen Nahostkonflikt beendet, aber ich glaub es nicht und ich f es also dann muss ich wirklich noch mal mein Leben überdenken, wenn Trump den Friedensnobelpreis bekommt. Wir beide, ja, wer beide, ne? Wer weiß? Genau, im Herbst wissen wir mehr. Im Herbst wissen wir mehr. Genau, das würde ich auch sagen. Und damit würde ich sagen, machen wir auch erstmal zumindest ein Haken an den Friedensrat. Ja, vielen Dank, dass du uns das Ganze näher gebracht und erklärt hast, zumindest in Kurzform. Genau. Und damit würde ich sagen, sliden wir direkt ins nächste Thema. Genau. Es gibt da noch ein zweites Thema, was auch nicht ganz unwichtig ist, nämlich der Klimawandel und wir wollen was dagegen tun. Wollen wir das ja schon. Na ja, du erinnerst dich ja bestimmt noch, dass es sowas gibt wie das Klimaschutzgesetz. Erinnere ich mich lebhaft dran. Ja, das Klimaschutzgesetz ist im Prinzip super einfach. Es sagt einfach nur, Deutschland will 2045 klimaneutral sein und das Ganze funktioniert ganz einfach. Es gibt einen CO2 Ausstoß und der soll immer weiter sinken. Irgendwann auf null idealerweise. Soweit so gut.
27:33 Nur hatte sich die Regierung unter Angela Merkel ausgedacht, dass man jedes Jahr schaut, wie es denn so läuft mit dem Klimaschutz. Ist ganz gut eigentlich mal immer wieder reinhören. Eigentlich ein gutes Konzept. Das einzige, was davon ausgenommen war, war die Energiewirtschaft. Da hat man gesagt, h ja, dauert länger. Da hat man keine Jahresziele gemacht. Aber ja, z.B. für die Industrie, für die Landwirtschaft, für den Verkehr hat man jährliche Ziele festgelegt, die sogenannten Sektorziele und hat dann jedes Jahr geschaut, wie läuft’s denn so? Ist nicht so gut gelaufen, ist nicht so gut angekommen, dann hat die Ampelkoalition gesagt, wir schaffen das Ganze ab und jetzt gibt’s nur noch ein Jahresziel. Also gibt’s jedes Jahr eine Gesamtmenge von CO2, unter der Deutschland idealerweise drunter liegen soll. Das Klimaschutzgesetz hat auf jeden Fall noch einen Paragrafen, der ganz interessant ist, nämlich jede neue Regierung muss innerhalb von 12 Monaten nach ihrem Antritt ein Klimaschutzprogramm vorlegen. Und ja, was soll man sagen? Es ist soweit, die Regierung aus Union und SPD ist jetzt am 25. März tatsächlich ein Jahr im Amt bzw. der im letzten Jahr gewählte Bundestag und deswegen muss bis dahin das Klimaschutzprogramm vorliegen und der Entwurf von diesem Klimaschutzprogramm ist jetzt durch die Medien gegangen. Er ist bei der Presse gelandet und bei Umweltorganisation Genau. Wurde geleakt. Ich habe da mal reingeschaut. 331 Seiten gute Laune kann ich dir sagen. Oben gute Laune und unten gute Laune. Genau. Und rechts und links und auf wie gesagt sehr vielen Seiten immer noch gute Laune.
29:14 Also die Ausgangslage ist folgende: Man schaut erstmal auf das Jahr 2030. Da haben Deutschland und die EU gesagt, wir würden gerne im Vergleich zu 1990 unseren CO2 Ausstoß um 65% reduzieren. 65% weniger bis 2030. läuft so semi. Also, der Entwurf des Klimaschutzprogramms sieht vor, dass Deutschland 2030 seinen Ausstoß ungefähr um 63% reduziert hat. Also, ich sage mal so, man plant mit einer Punktlandung ohne große Puffer oder sonst irgendwas. Dann geht’s aber weiter. 2030. Hm, da haben wir jetzt vielleicht noch vier Jahre. Das nächste Ziel, was die EU festgelegt hat, ist ja dann schon 2040 und dann kommt ja schon 2045 die Klimaneutralität.
30:02 Und da schreibt der Entwurf ganz klar: „Das Ziel der Nettotreibhausgasneutralität im Jahr 2045 droht weiter verfehlt zu werden.“ Mit den derzeitigen klimapolitischen Instrumenten ist es nicht absehbar, dass in allen Sektoren die Transformation gelingt. Im Prinzip bedeutet es, wir kriegen das nicht hin. Das ist schon mal sehr schlecht. Genau. Was was glaubst du denn, wie viele Millionen Tonnen CO2 Deutschland dann laut Klimaschutzprogramm eventuell noch ausstoßen wird im Jahr 2045? Im Jahr 2045, wenn man eigentlich noch schon klimaneutral sein würde. Genau. Ziel null. Wie viel liegen wir drüber? Wie viele Millionen? 10 Millionen. Ja, ein bisschen mehr. 204 Millionen Tonnen CO2 wird Deutschland dann nach den jetzigen Berechnungen wahrscheinlich noch ausstoßen. Oh Gottes Willen. Also dieser Entwurf, da muss ich noch mal kurz einhaken. Der kommt ja aus dem SPD geführten Umweltministerium. Genau. Wie geht es dann? Okay, das ist auf jeden Fall zu viel. So viel können wir glaube ich alle festhalten und ich würde sagen, den Gedanken hatte jetzt gerade wahrscheinlich auch jeder. Was sind denn die Vorschläge, um dem vielleicht noch zu entgehen oder gibt’s keine Vorschläge? Da wird’s jetzt spannend. Dieser Entwurf aus dem Bundesumweltministerium, wie du sagst, schaut sich jetzt natürlich die einzelnen Sektoren an und listet eben Dinge auf, was muss man tun, damit es eben nicht so katastrophal verfehlt wird, sondern vielleicht etwas weniger. Und dazu muss man ein bisschen ins Detail gehen.
31:32 Der Blick geht aber immer auf das Jahr 2030. Man guckt jetzt in den einzelnen Sektoren mal, wie groß ist eigentlich so die Lücke, die wir bis 2030 haben? Und grundsätzlich kann man sagen, die Energiewirtschaft, die Industrie, die haben einen großen Beitrag geleistet. Also, die stoßen im Jahr 2030 wahrscheinlich viel weniger CO2 aus, als die Obergrenze vorsieht. Das ist aber kein großer Erfolg des Klimaschutzes, sondern es liegt unter anderem auch daran, dass wir in den letzten Jahren eben echte Wirtschaftskrise hatten, in der weniger produziert wurde, in der teilweise Arbeitsplätze gestrichen wurden, in der weniger Strom benötigt wurde. Also, das kann sich die Regierung wirklich nicht auf die Fahnen schreiben. Landwirtschaft, Abfallwirtschaft sparen auch mehr ein. Die größten Sorgenkinder sind aber Verkehr und Gebäude und zwar schon seit Jahren. Also, da hatten wir schon bei den Sektorzielen absolute Krise, auch bei der Ampelkoalition schon. Ich meine, wir erinnern uns alle an Exverkehrsminister Volker Wissing von der FDP. Dem war das Ganze so ein bisschen egal und er hat auch wirklich während der gesamten Amtszeit keine großartigen Maßnahmen vorgelegt, um irgendwas im Verkehr zu ändern.
32:52 Und so sieht’s auch aus. Also, der Verkehrssektor wird angenommen, dass der bis zum Jahr 2030 dann 169 Millionen Tonnen zu viel ausgestoßen hat. Und im Gebäudesektor ist es ähnlich. Da geht man von 110 Millionen Tonnen CO2 Äquivalenten zu viel aus. Das ist richtig viel. Also wirklich richtig viel. Das ist richtig, richtig viel. Und ich würde voll gerne was zum Verkehrssektor bzw. zur E-Mobilität, die da eine Riesenrolle spielt, sagen, welche Frage sich mir da dann immer aufdrängt, wenn ich sowas höre. Ja, das wir müssten unseren Verkehr viel klimafreundlicher gestalten. Wir müsen will ich jetzt nicht alles im Detail durch deklinieren, aber vielleicht mehr auf die Schiene setzen. E-Mobilität Riesenthema und da frage ich mich dann schon selbst, weil E-Mobilität ist ja nicht nur ein Klimathema. Man muss, finde ich, man kann eigentlich sagen, man muss nicht mal Freund von Klimaschutz sein, wenn man aus irgendwelchen Gründen das gar nicht möchte. Das ist ja auch eine Wettbewerbsfrage und das wird mir viel zu wenig mitgedacht oder auch viel zu wenig wahrgenommen, dass E-Mobilität, das ist eine das ist eine Standortfrage, das ist eine Wettbewerbsfrage, das ist einfach sind wir international überhaupt wettbewerbsfähig und das regelt irgendwann einfach der Markt, das was die FDP eigentlich so gerne möchte und dass man sich da nicht mehr dahinter ist, das ist mir einfach unverständlich, oder? Wie siehst du das? Absolut. Und wenn du dir diesen Entwurf des Klimaschutzprogramms durchliest, da merkst du einfach, dass jetzt alles passieren müsste, was auch nur möglich wäre. Also, man müsste wirklich in alle Bereiche reingehen. Es reicht absolut nicht mehr aus im Verkehrssektor ein bisschen nachzusteuern, sondern da muss wirklich das ganz große Rad gedreht werden. Ganz generell kann man sagen, sowohl der Verkehrssektor als auch der Gebäudesektor sind sehr träge Sektoren. Wenn du jetzt was machst, wird das erst in vielen Jahren sichtbar. Also jemand, der sich heute ein Verbrenner kauft, der fährt den natürlich auch noch in den nächsten Jahren. Und jemand, der eventuell sein Haus sanieren möchte, muss das erst mal tun. Und erst wenn dieser ganze Prozess durchgelaufen ist, wenn eine Förderung beantragt wurde, wenn die Baumaßnahmen auch wirklich durchgeführt wurde, dann dann wird erst Energie eingespart. Das heißt, das Ganze dauert auch super lange.
35:14 Deswegen ist es einerseits verständlich, dass hier noch am wenigsten getan wurde für den Klimaschutz und andererseits zeigt’s eben, wie sehr man sich bemühen muss. Jetzt kann man natürlich sagen, blöd gelaufen, kann man nichts machen, dauert halt alles ein bisschen länger, aber aber so ist es nicht, denn die verfehlten Klimaziele werden uns wahrscheinlich richtig Geld kosten. Die EU hat nämlich auch bestimmte Vorgaben gemacht zum Klimaschutz, unter anderem mit der Effort Sharing Regulation, auf deutsch Lastenteilungsverordnung. Bedeutet, da gibt’s bestimmte Sektoren, in denen man auch Klimaziele erfüllen muss. Wenn man das nicht tut, ich erspare dir die Details, muss man die Zertifikate aus anderen Ländern einkaufen. Das heißt, die Verfehlungen beim Klimaschutz werden uns noch richtig teuer zu stehen kommen. Das ist auch in der Vergangenheit schon passiert, dass Deutschland Zertifikate einkaufen musste. Also ist bei weitem nicht so, dass man sagen kann, dauert halt alles länger, machen wir alles später, sondern da kommen ganz schöne Kosten auf uns zu und dieses Geld fließt dann natürlich auch nicht in Klimaschutz, sondern in andere Länder, die dann damit wiederum Klimaschutz machen. Also am Ende fließt es dann doch in den Klimaschutz, nur halt nicht in Deutschland. Voll. Aber ich finde ein voll wichtiger Punkt dabei ist auch noch, du sagst, das wird uns richtig Geld kosten und nicht nur mit diesen nicht nur durch Sanktionen wird uns das richtig Geld kosten, sondern ich habe jetzt schon einige Reaktionen auf dieses geleakte Klimaschutzprogramm gelesen und unter anderem der Bundesverband nachhaltige Wirtschaft hat gesagt und das finde ich einen guten Punkt, dass dem Klimaschutz in Deutschland nach wie vor das strategische Gesamtkonzept fehlt. Also, das hast du vorhin auch kurz gesagt.
36:53 Es reicht nicht, wenn man da jetzt hier und da mit Einzelmaßnahmen kommt, sondern die Wirtschaft braucht ein schlüssiges Gesamtkonzept, was auch nicht an Legislaturen gebunden ist eigentlich, um unser komplettes Wirtschaftssystem nachhaltig auf aufzustellen, dass das planbar wird und das ist sind Investitionen, die sich einfach lohnen. Genauso im Energiesektor. Nachhaltige Energie, fossile Energie führt zu Abhängigkeiten, ist nicht zukunftsorientiert. Also, das sind einfach Sachen, die mit auf Dauer mit wahnsinnig hohen Kosten verbunden sind. Und warum auch das kann ich echt nur noch mal betonen, auch total wirtschafts und marktliberal eingestellte Akteure nicht den Sinn oder die Notwendigkeit sehen oder eigentlich auch schon total lange gesehen haben, dass das ein Wirtschaftsfaktor ist. Das lässt mich manchmal schon ein bisschen ratlos zurück. Ich glaube, das ist vielleicht, ich weiß nicht, wie du das siehst, mir ist nicht so ganz schlüssig, warum man das nicht sieht, weil das so offensichtlich irgendwie auf einen zurollt. Klar ist es jetzt noch nicht da und es tut vielleicht noch nicht weh. Eigentlich tut es aber schon weh. Mm. Ja, das ist mir nicht klar. Ich glaube, niemand hört gerne die ganze Zeit Weltuntergangsfantasien. Ich meine, es man kann immer wieder sagen, dass Extremwetter durch den Klimawandel häufiger werden, dass sie intensiver werden, dass wir mehr Waldbrände sehen werden, dass es Zonen auf der Erde geben wird, in denen Menschen nicht mehr leben können, die dann notgedrungen flüchten werden oder eben einfach in andere Weltregionen ziehen würden, werden in den es kühler ist. Man kann den Klimawandel aber auch wirklich an ganz ja fast banalen Dingen festmachen. Also die Winzer spüren das schon ganz extrem, dass es nicht mehr so leicht ist Weißwein in den in Deutschland anzubauen.
38:44 Das ganze verlagert sich nach Norden. Wir können inzwischen Sorten anbauen, die es früher nur in Südfrankreich gab. Ja, die Skandinavier werden wahrscheinlich irgendwann anfangen, Wein zu machen. Ja. Es gibt einfach unfassbare Dürreperioden, die wir auch alle schon erlebt haben. Deswegen, wie du sagst, jeder Euro, der in den Klimaschutz fließt, in die Prävention, spart uns nachher Geld um Schäden zu beseitigen oder auch ja, Wirtschaftsgüter, die eben verloren gehen, wie wie gesagt Ernteausfälle oder andere Dinge. Es gibt aber auch das Argument zu sagen, na ja, okay, vielleicht, aber es bringt nichts, wenn wir das jetzt als Deutschland, als EU alleine machen, wenn wir uns wieder zuknallen mit Richtlinien, mit Verordnungen, mit, ich möchte es eigentlich fast gar nicht sagen, mit vermeintlichen Verboten. Letztendlich werden wir dadurch verlieren. Ja, da bist du in guter Gesellschaft mit unserem Bundeskanzler, der sagt nämlich auch Deutschland stellt stellt ja nur ein vor. Doch, ja, man glaubt’s kaum. Er hat jetzt auch schon mehrmals gesagt, dass Deutschland ja nur 1% der Weltbevölkerung stellt und dass sich gar nichts ändern würde, wenn Deutschland morgen klimaneutral werden würde. Das kann man natürlich so nicht stehen lassen. Und ich denke, das weiß Friedrich Merz auch, weil Deutschland stößt mit 1% der Weltbevölkerung 2% der weltweiten Emissionen aus. Und allein da haben wir, finde ich, schon ein Gerechtigkeitsproblem und da betrachten wir noch nicht die historischen Emissionen, die wir ausgestoßen haben in den letzten Jahrzehnten, während andere Länder, z.B. China, z.B. Indien, noch gar keine Industrienationen waren und eben ja natürlich nicht nichts, aber weniger ausgestoßen haben, noch dazu kommt, dass die deutschen Emissionen natürlich nicht alle in Deutschland anfallen. Also einer unserer wichtigsten Handelspartner ist ja z. China und man blickt ja in diese Diskussion sehr gerne auf China und sagt ja, das was Deutschland spart, das stößt dann China einfach mehr aus. Aber China, dieser unschöne Begriff Werkbank der Welt produziert ja auch unfassbar viele Güter, die in die ganze Welt gehen. Das ist ja so. Also ein Teil unserer Emissionen lagern wir auch noch in alle Welt aus. Deswegen kann man es natürlich so nicht stehen lassen. Deutschland sollte viel für den Klimaschutz tun, mit gutem Beispiel vorangehen, weil wir haben schon genug CO2 in die Luft geblasen. Ich kann dir ja gerne mal sagen, was so Maßnahmen wären laut dem Klimaschutzprogramm, die jetzt ergriffen werden müssten, weil das finde ich recht spannend. Unbedingt. Im Energiesektor ist die Rechnung eigentlich ziemlich einfach. Man glaubt es kaum. Weniger Stein und Braunkohle, mehr erneuerbare Energien. So einfach. Ja, eigentlich kein Hexenwerk. Kein Hexenwerk. Damit könnte man eine große Emissionsreduktion schaffen. Jedenfalls h das Ding ist, man müsste natürlich auch noch die Netze erheblich ausbauen.
41:52 Da sprechen wir dann über so tolle Projekte wie SuedLink, die ja seit Jahren am im Bauen sind, wo mit denen die Windenergie aus dem Norden in den Süden gebracht werden muss. Wir müssten viel mehr Speicher bauen, damit Energie, die von Windanlagen und Solaranlagen produziert wird, die gerade nicht ins Netz eingespeist werden kann, gespeichert wird und später verwendet werden kann. Und wir bräuchten halt auch ein smartes Energiesystem, mit dem z.B. Elektroautos auch zeitweise als Energielieferant genutzt werden können. Ziel ist ja weiterhin der Ausbau der erneuerbaren auf 80% bis 2030. Das wäre super, wenn es klappt, weil es wirkt sich dann natürlich auch positiv auf alle anderen Sektoren aus. Industrie, Verkehr, Hochöfen, die mit grünem Wasserstoff laufen, Elektroautos, von denen hatten wir es schon. Da frage ich mich, wer sagt es unserer Energieministerin Katharina Reiche, die gerade damit auffällt, dass sie Gaskraftwerke in großem Stil ausbauen möchte und auch die Pläne der Ampelkoalition zurückgeschraubt hat, dass diese Gaskraftwerke irgendwann mit grünem Wasserstoff funktionieren sollen. Sie sagt, das muss alles technologieneutral sein und Technologie offen und man kann ja nicht vorschreiben, dass die Gaskraftwerke dann irgendwann mit Wasserstoff laufen sollen.
43:09 Das wäre allerdings dringend notwendig. Ja, also das Argument, das geht mir auch wirklich völlig auf die Nerven. Da frage ich mich auch, ja, wer sagt’s ihr? Weil dieses Buzzword Technologie offen Ja, genau. Technologieoffenheit. Ja, Technologieoffenheit ist super, aber wenn wir halt so lange Technologie offen sind, wie lange es die Technologie, die wir brauchen, gar nicht gibt, dann ist es einfach schwierig und irgendwann gibt es irgendwie schon muss man sich man muss sich dann schon irgendwann entscheiden. Es hat einfach was mit Planbarkeit, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit zu tun, was die CDU eigentlich so sehr immer fordert, gerade für die Wirtschaft, gerade für Unternehmen, weil Technologieoffenheit hat nichts mit Planbarkeit und Verbindlichkeit zu tun. Man muss sich schon mal auf einen, also wenn man an einem Ziel ankommen möchte und das ist bei uns die Klimaneutralität, dann muss man sich auch auf einen Weg begeben, dann kann man nicht die ganze Zeit im Kreisverkehr fahren und ja, das funktioniert dann einfach nicht und ich bin dann schon auch manchmal auch hier erstaunt. Es gibt nämlich, also es gibt ja von genügend Instituten, Wirtschaftsinstituten, Berechnungen, Hochrechnungen, Ausblicke auf die nächsten Jahre, was da Sinn macht und was nicht so viel Sinn macht. Und es ist nicht möglich, dass man als Wirtschafts und als Energieministerin noch nie davon gehört hat. Und es ist auch nicht möglich oder eigentlich nicht, ja, es kann nicht sein, dass man die Augen davor so verschließen einfach sagt, nee, mache ich anders. Ja, oder Technologieoffenheit als Totschlagargument. Genau. Es ist nämlich ein Totschlagargument für alles. Wie du sagst, wir haben Technologien, die klimaneutral sind und Erdgas ersetzen können, also sollten wir die vielleicht perspektivisch nutzen. So sieht’s zumindest Klimaschutzprogramm für den Energiesektor vor. Im Gebäudesektor ist das Ganze schon ein bisschen komplizierter, da ist das Klimaschutzprogramm sehr vage teilweise. Also die bisherigen Erfolge, sage ich mal, im Gebäudesektor, auch wenn man sie eigentlich nicht so nennen kann, sind zurückzuführen auf einen Mix aus Ordnungsrecht, also gewissen Verboten. Alte Heizungen z.B. die müssen ja umgerüstet werden, ganz alte Heizungen. Es gibt Förderungen z.B. für Energieberatung, für Sanierung und auch Fördergelder. Es gibt den CO2 Preis auf Heizen seit einiger Zeit und ja, ein großer Faktor, der aber auch sehr hilfreich ist, ist die milde Witterung. Also da beißt sich die Katze dann wieder selbst in den Schwanz. Da wir durch den Klimawandel mildere Winter bekommen haben, müssen wir weniger heizen und der Gebäudesektor hat weniger CO2 Emissionen ausgestoßen. Da sagt sich der Gebäudesektor mega, da muss ich gar nichts machen. Genau.
46:04 Ebenfalls noch dazu gehören energetische Sanierung, Wärmedämmung in an den Wänden, Fenstertausch und so weiter und so weiter. Das Problem ist hier immer, die Leute müssen es machen. Sie müssen sich freiwillig dazu entscheiden, das zu tun. Und sie müssen eine Förderung beantragen und müssen dann trotzdem noch Geld in die Hand nehmen. Am Ende kann der Staat niemanden dazu zwingen und deswegen ja großes Problem im Gebäudesektor. Wirklich eine Lösung sehe ich dafür eigentlich nicht und ja die Maßnahmen, die das Klimaschutzprogramm nennt, reichen eigentlich vorne und hinten nicht. Ja, im Verkehrssektor sieht schlecht aus. Ja, sieht sehr schlecht aus. Was glaubst du denn, wie viele E-Autos 2025 so zugelassen wurden? Schätz mal, ich find’s ganz schlimm, dass ich mit Schätzfragen konfrontiert werde. Wir möchte ich mal ganz kurz einwerfen, dass ich mal gefragt wurde, was ich glaube, wie schnell ein Kreuzfahrtschiff fährt und ich kann wirklich ganz und dann dach habe ich gesagt, na so 60 km/h und natürlich, wenn man sich mal vorstellt, dass ein Kreuzfahrtschiff mit 60 km/h übers Meer fährt, dann ist es natürlich nicht so gut. Egal. Was war die Frage? Wie viel E-Autos 2025 zugelassen wurden im Gegensatz zum Vorjahr? 3000 mehr. Okay, es sind es sind viel mehr, aber gut, macht nichts. Guck, also 2025 ist der Bestand an E-Autos in Deutschland nämlich ganz schön gewachsen um 250.000 nämlich so 250.000 E-Autos zusätzlich zugelassen. Problem ist, wie viel CO2 wurde dadurch eingespart? 0,6 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente. Das ist nicht so viel. Also nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein ist es ehrlich gesagt. Oder wie es im Klimaschutzprogramm steht, eine Trendwende hin zu schnellem deutlichen Emissionsminderung ist im Straßenverkehr damit weiterhin nicht zu erkennen. Was passieren müsste, ist ziemlich klar. Also, der Verkehr müsste elektrifiziert werden an allen Ecken und Enden. Ab 2030 müsste es schon sehr hohe Zulassung für E-Autos geben und ab 2035 eigentlich dürften nur noch E-Autos zugelassen werden. So steht’s im Klimaschutzprogramm. Bis 2040 müssten dann E-Autos 70% des Fahrzeugbestands ausmachen und davon nur noch 10 % Hybride. Also das ist auf jeden Fall ein ziemlich hohes Ziel. Dann müsste die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden, Bus und Bahn. Wir kennen das Ganze. Im Prinzip ist so viel zu tun, dass eigentlich klar ist, dass das nicht mehr zu schaffen ist. Und wie schafft man es dann, dass wir jetzt nicht deprimiert sind und dass man trotzdem sagt, es gibt einen Grund, warum wir Klimaschutz anstreben und ernst nehmen sollten und dass man dass man nicht sagt, bloß nicht verzweifeln. Also, ich sag mal so, die neue Regierung ist jetzt ein Jahr im Amt, aber sie ist auch erst ein Jahr im Amt. Ich meine, die Legislaturperiode ist noch lang, es könnten noch neue Wahlen anstehen. Spaß. Ich sag mal so, also die Legislaturperiode ist ja noch lang und wenn dieses Klimaschutzprogramm vorgelegt wird, dann liegen die Vorschläge ja auch erstmal auf dem Tisch und die Liste der Maßnahmen könnte dann ja auch einfach mal abgearbeitet werden. Also es kann sich auf jeden Fall niemand mehr damit rausreden, dass man nicht weiß, was man tun muss. Es ist alles bekannt. Also wir müssen nicht mehr darauf warten, dass irgendwelche Forscher uns sagen, was wir tun müssen. Stichwort Technologieoffenheit. Es kann jetzt im Prinzip gearbeitet werden und wenn die Regierung das nicht möchte, gibt’s ja auch immer noch so Organisationen wie die deutsche Umwelthilfe, weil die haben diesen geleakten Entwurf auch bekommen und gesagt, wenn das nicht ambitionierter ausfällt, Leute, dann klagen wir. Und sie haben schon mal geklagt. Sie haben schon mal geklagt. Das wurde im Januar auch so entschieden. Da ging es allerdings um das Klimaschutzprogramm aus dem Jahr 2023. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, das war nicht scharf genug, da muss nachgebessert werden. Und es gab ja auch im Jahr 2021 ein recht aufsehenerregendes Bundesverfassungsgerichtsurteil, das eben auch gesagt hat, wenn die Regierung zu wenige Emissionen mindert, dann wird die Freiheit künftiger Generation dadurch quasi eingeschränkt, weil immer stärkere Emissionsminderungen nötig sind. Das heißt, eventuell wird die Bundesregierung, wenn sie jetzt nicht langsam an die Arbeit geht, auch von Gerichten dazu gezwungen. Ich glaube, da können wir gespannt sein, ob das passiert. Ich bin tatsächlich gespannt, ob die deutsche Umwelthilfe noch mal klagt, wie das Klimaschutzprogramm letztendlich aussehen wird. Ja, ich meine, man kennt es von Hausarbeiten, manchmal ist man halt knapp dran und dann kommt doch noch was Gutes bei raus. Ja, vielleicht wird es mit dem Klimaschutzprogramm auch so. Vielleicht. Aber ich gl meinst du es wird was? Na ja. Nee, also ich ich bin da ein bisschen, ich muss sagen, ich bin da ein bisschen desillusioniert. Ich wünsche mir das schon sehr und eigentlich ist es so offensichtlich, aber ich glaube einfach, dass es oft es ist einfach bisher immer so gewesen, dass es so schwierig ist in großen Schritten Dinge zu entscheiden, anzupacken, umzusetzen und quasi einfach mal zu sagen und so machen wir das jetzt und man wird mit kleinen Einzelmaßnahmen und hier auch Kompromisse sind immer gut, aber auch hier mit Kompromissen im Detail einfach nicht weiterkommen, dafür ist das Problem zu groß. Mhm. Und natürlich gebe ich da die Hoffnung nicht auf und Klimaschutz ist oder der Klimawandel, das ist eine der großen Probleme und Fragen unserer Zeit. Es ist einfach so und man kann und darf die Augen davor nicht verschließen oder auch nicht nicht das Handtuch werfen, aber so richtig optimistisch bin ich da eigentlich gesagt nicht. Und du? Also, ich denke, es ist schon seit langem bekannt, was passieren muss und es wird sich halt einfach drum gedrückt und es dauert alles länger und es ist alles zu zag. Es fehlt einfach so ein bisschen das Momentum, dieser Moment, in dem alle sagen, jetzt gehen wir das Problem an. Ja, aber was ist das Momentum dann, wenn ein Kontinent untergeht, wenn ein Land ausbrennt oder da frage ich mich immer, ja, was muss denn passieren?
52:24 Es müsste aus einer Motivation herauskommen, jetzt den Klimawandel bekämpfen zu wollen und da voranzugehen als Bundesrepublik Deutschland. Und das sehe ich momentan auch nicht. Also, das spricht auch dieses Klimaschutzprogramm spricht einfach dafür, dass es überhaupt keine hohe Priorität hat für die aktuelle Regierung und auch als nicht so wichtig gesehen ist wird, was schade ist, aber ja, so ist es. Ja, so ist es. Und ich glaube, damit auch wenn das jetzt nicht so richtig erbaulich war, müssen wir dieses Thema jetzt mal abschließen, würde ich sagen. Genau. Und das war zwar jetzt nicht richtig erbaulich, aber wir haben noch eine kleine letzte kurze Kategorie, die wir auf gar keinen Fall auslassen wollen. Und das ist unser Cringe der Woche, weil vielleicht kennt ihr das, man guckt Nachrichten, man verfolgt tagesaktuelle Geschehen und ja, das sind Politiker und Politikerinnen involviert und auch das sind nur Menschen, die machen Fehler und sagen manchmal komische Sachen und manchmal ist man halt einfach richtig angecringed und wir finden eigentlich jede Woche Momente, wo wir ein bisschen angecringed sind. Absolut. Und dann dachten wir, wir teilen jede Woche mal einen mit euch und du darfst loslegen. Was war dein Cringe der Woche?
53:36 Es gab bei mir mindestens zwei cringe Momente. Es darf nur einer sein. Na gut. Also absolut cringe war oder zwei kurz und knackig. Okay, also absolut cringe fand ich die Forderung von unser Bundeskanzler, dass es eine Klarnamenpflicht im Internet geben soll, weil es wird schon so lange gefordert und immer wieder und er hat irgendwie behauptet, ja, wir kämpfen ja alle mit offener Visage im politischen Diskurs und ich glaube, eine mehr romantisierende Vorstellung von Diskussionen im Internet kann man eigentlich nicht haben. Hast du Facebook mal geöffnet? Genau. Oder auch in irgendeine Kommentarspalte geguckt. Also ja, ich hoffe nicht, dass eine Klarnamenpflicht im Internet kommt, was auch schon allein daran liegt, dass manche Leute im Internet auch echt lustige Sachen sagen und völlig anonym sind. Ja, cringe. Okay, dann sag noch deinen zweiten Cringe Moment. Das war die gesamte Diskussion über wer jetzt neue Bundespräsidentin werden soll, weil das ist eine Frau werden soll. Sind sich alle einig, aber irgendwie auch nicht, weil sie eine gute Idee haben, welche Frau das sein sollte, sondern einfach nur damit es eine Frau ist. Genau.
54:46 Damit einfach auch endlich mal Ruhe ist. Genau, dass endlich mal Ruhe ist mit diesen Frauen, dass man dann tatsächlich mit Angela Merkel um die Ecke kommt, finde ich ja brutal witzig, weil das finde ich auch so witzig und das fände ich einfach iconic, wenn Angela Merkel Bundespräsidentin wä und vielleicht kennt ihr den Film, er ist wieder da, das wäre dann sie ist wieder da und sie ist wieder da. Ja, Friedrich Merz würde sich denken, nee. Ja, genau. Und ja, dass ja sogar die aktuelle Bildungsministerin Karin Prien im Gespräch ist, finde ich irgendwie auch absolut cringe, weil jetzt lass die Frau doch einfach mal ihre Arbeit machen. Warum soll die jetzt Bundespräsidentin werden? Vielleicht für alle, die da nicht so ganz in dem Thema drin sind, der Bundespräsident ist furchtbar wichtig und repräsentativ und alles, aber im Prinzip ist es ein Amt, das absolut nichts zu sagen hat. Und wir diskutieren auch bei jeder Bundespräsidentenwahl darüber, ob man es nicht vielleicht abschaffen sollte. Ja, es ist mega egal eigentlich. Ja, es ist mega egal. Also nichts gegen Frank-Walter Steinmeier, aber Ja, genau. Es ist mega egal. Das passt gut zusammen. Ja, dann mache ich mal weiter. Ja, ich hatte zwei.
55:56 Ich dann sage ich auch zwei. Ganz gut. Eins habe ich persönlich erlebt und das fand ich dann so absurd, aber auch ein bisschen lustig, dass ich gedacht habe, es muss ich dir unbedingt erzählen. Und zwar genau habe ich das persönlich erlebt an einem Wahlstand der AfD. Eigentlich oft nicht so lustig, sondern regt einen meistens nur auf, aber in dem Fall war es so absurd, dass ich lachen musste und zwar gerade ist Wahlkampf in Baden-Württemberg. Die Parteien haben Stände überall, versuchen mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. So war das auch am Wochenende, als ich an einem Wahlstand der AfD, der schon ziemlich gut besucht war, vorbeigelaufen bin und dann bin ich natürlich schon mal kurz stehen geblieben, weil ich dann schon immer mal kurz zuhören will oder gucken will, was erzählen die da so, was sagen die den Leuten? Na ja, und es gab offensichtlich von der AfD da einen Wahlkampfhelfer oder eine Person, die die glorreiche Aufgabe hatte, Leute mit immer einem Gadget zu locken und auch immer mit einem Satz. Und das war folgender. Er ist da aktiv auf die Passanten zugegangen und hat dann gefragt und er hatte da das Objekt in seiner Hand dabei. Sie möchten doch bestimmt auch eine D-Mark, oder was? Und das fand ich so absurd, weil dann dachte ich mir so, na ja, ist der Zug nicht sogar hinter der AfD jetzt mal abgefahren? Aber anscheinend ist er nicht abgefahren. Und zwar, also kein Witz, er hat dann halt so D-Marks verteilt und hat dann halt den Leuten gesagt, ja, die wollen doch bestimmt auch wieder D-Mark und ich dachte so, nee, ich will keine D-Mark. Mir wurde auch keine angeboten. Ich glaube, ich habe zu kritisch geguckt, aber das fand ich dann schon mega cringe, dass die AfD, also hat sie sich so gedacht so, h ja, wir haben jetzt auch irgendwie so kein konkretes Thema. Lass mal wieder Euro-Austritt und D-Mark wieder Einführung machen. Lass mal ein paar D-Marks verteilen. Das fand ich wirklich so unangenehm, aber du wolltest keine D-Mark. Ich muss, na, ich bin da schon dann total lang stehen geblieben. Ich wäre auch mal gern angesprochen worden. Hätte ich wäre ich schon mal ins Gespräch gegangen. Ja, aber mich hat ja keiner angesprochen. Ja, habe ich nicht verstanden. Na gut. Na ja, gut. So, ich war da, ich habe die Idee mal gesehen und dann auch noch ein, dann sage ich auch noch kurzen wir sind uns eigentlich cringe.
58:11 Mega cringe. Und auch cringe fand ich. Kennst du Merzoni? Nein. Okay. Merzoni ist die neue Liebe oder die neue Symbiose zwischen Friedrich Merz und Giorgia Meloni. Oh nein. Weil man sagt, na ja, das deutsch-französische Verhältnis. Also, ich find es ein bisschen komisch, weil bis vor kurzem wurde es noch total gelobt. Macron und Merz, ein Herz und eine Seele. Auch auf Social Media übrigens. Finde ich lustig. Aber anscheinend ist die Achse nicht stark genug. Man braucht eine neue Achse. Also Deutschland, Italien. Kleiner Spoiler, nicht Spoiler, aber das hat in der Vergangenheit vor allem zwischen 1933 und 45 auch nicht gut funktioniert.
58:54 Die Achse Deutschland, Italien. Aber die will man jetzt wieder stärken und diese Liebe wird beschrieben als Merzoni und das finde ich ganz ar cringe, weil es hört sich an wie Cannelloni und das finde ich wirklich, es geht wirklich gar nicht und dann dachte ich wirklich, wer hat Merzoni eingeführt? Merzoni, also das geht nicht. Keine wirklich gute Liebschaft. Ich glaube nicht. Also ich meine, wer weiß, ich will ja niemandem irgendwas absprechen. Wer weiß genau und mit dieser mit diesen zwei bzw. Also insgesamt vier Cringe Momenten entlassen wir euch, würde ich sagen, entlassen wir euch in den in den Rest der Woche und in die neue Woche und wir hören uns auf jeden Fall nächste Woche wieder. Ganz genau. Folgt uns auf jeden Fall auf Spotify und Apple Podcasts, wenn ihr weitere Folgen hören wollt und das nicht verpassen wollt. Folgt uns auch auf Instagram, da findet ihr uns auch noch mal mit Bild und die Links sind in der folgenden Beschreibung. Genau.
59:52 Und ansonsten habt ein schönes Wochenende, macht’s gut und bis zum nächsten Mal. Tschüss. Ciao.
Laufzeit: 60 Minuten. Erschienen am 21. Februar 2026.