Kanzler Merz löst Rentendebatte aus, Streit um die Notfallreform

Von Marie Provençal und Christoph Donauer

Folge 11 · In einem Nebensatz hat Bundeskanzler Friedrich Merz eine Debatte über die Zukunft der Rente ausgelöst. Wird sie künftig noch zum Leben im Alter reichen? Und: Warum die Notfallreform heftigen Gegenwind bekommt.

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Worum es geht

Vor dem Bundesverband deutscher Banken hat Friedrich Merz gesagt, die gesetzliche Rente werde allenfalls noch Basisabsicherung sein und nicht mehr reichen, um den Lebensstandard zu halten. Inhaltlich ist das völlig richtig und wir rechnen vor, warum: Die Rentenkasse hat höchstens anderthalb Monate an Rücklage, ein Viertel der Ausgaben kommt schon heute aus Steuergeld, und in zehn Jahren finanzieren 100 Arbeitende 44 statt heute 33 Rentner.

Trotzdem ist der Satz ein Problem: Wer nichts übrig hat, kann auch nicht privat vorsorgen. Ein Viertel der Menschen kann am Monatsende gar nichts zurücklegen. Wir sprechen über die Verantwortung des Sozialstaats, über den ungünstigen Ort für so eine Ansage und darüber, was Österreich und Schweden anders machen.

Zweites Thema: Der Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken für eine Reform der Notfallversorgung. Integrierte Notfallzentren, eine Akutleitstelle unter der 116 117 und ein verpflichtender Hausbesuchsdienst rund um die Uhr. Warum die Kassenärztliche Vereinigung genau daran verzweifelt und was das Land Baden-Württemberg dazu sagt.

Diese Fragen stellen wir

  • Wird die Rente künftig noch zum Leben reichen?
  • Wie lange reicht die Rentenkasse, wenn morgen alle aufhören einzuzahlen?
  • Kann private Vorsorge das lösen – und wer kann sie sich leisten?
  • Was machen Österreich und Schweden anders?
  • Was ändert Nina Warkens Notfallreform für Rettungsdienste und Notaufnahmen?
  • Woher sollen die Ärztinnen und Ärzte für den Hausbesuchsdienst kommen?

Kapitel

  • 00:00 – Warum wir über die Rente reden müssen
  • 02:13 – Rente nur Basisabsicherung: Was Merz genau gesagt hat
  • 04:48 – Wie leer die Rentenkasse wirklich ist
  • 15:11 – Was Österreich und Schweden anders machen
  • 20:07 – Die umstrittene Reform der Notfallversorgung
  • 33:59 – Cringe der Woche

Relevante Quellen

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00:00 Kontext und Krawall der Politik Podcast mit Marie und Christoph. Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Kontext und Krawall. Schön, dass ihr mit dabei seid. Ja, ich freu mich auch, dass ihr da wieder da seid. Wir sprechen heute über 2 soziale Themen im weiteren Sinne, und zwar über die Rente und über unsere Notfallversorgung. Wichtiges Thema: Solltet ihr jemals den Notarzt anrufen müssen, wollt ihr ja nicht sterben. Genau das wär ideal und am Ende der Folge gibt es natürlich wie immer unseren Cringe der Woche. Ja genau, also bleibt auf jeden Fall dabei und ich würde sagen, wir fangen direkt an. Auf jeden Fall. Und wenn ihr beim Thema.

00:52 Rente jetzt noch nicht. Abgeschaltet habt. Dann würde. Ich sagen. Reden wir drüber. Denn. Ja, ich fühle mich. Wieso ein alter Versicherungsvertreter, wenn ich dich jetzt. Frage. Hast du schon mal über. Deine Altersversorgung nachgedacht und dein. Leben, wie das mal sein wird. Ob du noch. Eine Rente bekommen wirst, von der man so leben kann. Also wie du vielleicht schon das eine oder andere mal festgestellt hast, bin ich nicht nur jung, sondern auch eine Frau und Frauen sind doppelt so oft von Altersarmut betroffen als Männer und ich würde sagen, dass das ein Thema ist. Was? In der jungen Generation oder so unter den Mädels in meinem Alter, bei meinen Freundinnen und mir schon ziemlich präsenter ist vielleicht präsenter auch als bei den Frauen, die jetzt so zwischen ja 40 und 60 vielleicht sind. Das war, glaube ich, bei denen nicht so ein Thema, also Long Story short habe ich da schon sehr oft sehr viel drüber nachgedacht, auch wenn es mega unsexy Thema ist und ich auch da immer nur in Abschnitten drüber nachdenken kann, weil. Ich kann dann immer nicht mehr.

01:57 Das verstehe ich komplett. Es ist unsexy und es ist irgendwie in gefühlt 48 Jahren oder so, ja. Aber man muss sich trotzdem drum kümmern beziehungsweise. Naja, also warum sprechen wir überhaupt drüber? Der Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Woche eine Debatte ausgelöst, weil er am. Montag bei einer. Rede vor dem Bundesverband deutscher Banken über das Thema Rente gesprochen. Hat und er hat nämlich folgendes gesagt. Meine Damen und Herren. Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, auf Dauer den Lebensstandard zu sichern. Es müssen kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung hinzutreten, und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben. Und worauf er auch noch hingewiesen hat, das muss man der Vollständigkeitshalber noch sagen, dass gerade eine Kommission tagt, die Vorschläge ausarbeiten soll, wie die Rente reformiert werden soll.

02:58 Und die Empfehlung dazu gibt es im Sommer. Ja, da muss ich mal ganz kurz einhaken. Genau, aber da ist 2 Punkte alle Jahre wieder alle Jahre wieder tagt nämlich die Rentenkommission seit, ich sag mal, 1800. Richtig reformiert wurde es noch nicht, wie ihr vielleicht alle schon gemerkt habt oder täglich merkt, wenn ihr mal darüber nachdenkt und ebenfalls alle Jahre wieder nur noch nicht seit so vielen Jahren fordert Friedrich Merz die Auslagerung des Rentensystems mehr auf die Kapitalmärkte also. Auf jeden Fall. Vielleicht nur in aller Kürze, also mit diesem Satz hat er. Auf jeden Fall ein Erdbeben ausgelöst. Die SPD und führende SPD-Politiker waren komplett aus dem Häuschen. Ja, die Opposition natürlich auch und natürlich die Sozialverbände auch, aber. Aber da können wir vielleicht gleich noch kurz drauf schauen.

03:52 Ich würde das Ganze vielleicht kurz noch mit dir inhaltlich durchsprechen beziehungsweise ein paar Gedanken dazu teilen. Unbedingt. Unbedingt das Problem. Ist, was Merz da sagt. Ist inhaltlich ja eigentlich überhaupt nicht falsch. Also die meisten Menschen wissen. Das ja auch die Rente wird. Für dich und auch für. Mich im Alter überhaupt nicht mehr ausreichen, um davon zu leben. Sie reicht schon heute für viele Menschen gar nicht mehr aus und warum das so ist, ist eigentlich ziemlich schnell erklärt. Ne, wir haben ein umlagefinanziertes System, also die arbeitende Bevölkerung finanziert die die jetzt gerade in Rente sind und jetzt? Bevor ich dir wieder eine Gemeine. Ratefrage Stelle stelle ich die. Vor allem auch mal unseren Zuhörern. Also es kann mal jeder. Mitraten? Manche wissen es vielleicht auch, als ein so ein bisschen bekannteres Beispiel. Wenn jetzt morgen alle. Aufhören, in die Rentenkasse einzuzahlen? Wie lange dauert es, bis sie leer ist? Ich gebe euch Zeit zum Überlegen Rentenkasse.

04:48 Ich auch. Mitraten. Ja komm, gib mal einen Tipp ab. So. Du weißt es wahrscheinlich. Ich weiß es nicht. Okay. 3 Monate. Ja, ich hoffe ihr habt auch. Euren Tipp abgegeben? Die Antwort lautet maximal anderthalb Monate, also das. Ist tatsächlich das gesetzliche. Maximum was die Rentenversicherung an. Rücklagen bilden kann. Wenn also. Jetzt Ende April alle aufhören, in die Rentenkasse einzuzahlen. Gott bewahre, wir hoffen, das passiert nicht, dann bekommen die Rentner noch einmal Geld überwiesen und dann ist Schluss so. So leer ist die Rentenkasse. Also man darf sich das wirklich nicht irgendwie vorstellen, dass da irgendein Geldtopf ist, aus dem Sachen überwiesen werden, sondern da ist wirklich keinerlei Spielraum, das, was von deinem Gehalt abgeht, finanziert direkt die Leute, die jetzt gerade in Rente sind. Ja, und das Problem daran ist nicht nur die Ist-Situation, sondern natürlich die zukünftige Situation. Weil dieses Defizit wird ja größer, also das Defizit wächst und das wird nicht kleiner.

05:45 Ganz genau. Das ist das nächste Problem. Die Rentenkasse reicht schon jetzt eigentlich nicht mehr, um alle Ausgaben zu. Zu finanzieren ungefähr ein Viertel der Ausgaben der Rentenversicherung werden schon jetzt aus Steuergeldern bezahlt, müssen zugeschossen werden, weil eben die Beiträge der Arbeitnehmer nicht mehr reichen. Und das hat aber jahrelang funktioniert, natürlich ne. Das nennt sich Generationenvertrag. Das gibt es schon seit Jahrzehnten und wie du sagst. Das entscheidende Problem ist aber die Deutsche. Bevölkerung schrumpft so ein bisschen ja, es kommen einfach nicht mehr genug Leute nach, die Leute starten später ins Berufsleben, weil sie zum Beispiel noch studieren und aktuell finanzieren rund 100 arbeitende Menschen 33 Rentner schon in 10 Jahren müssen. Dieselben Leute 44. Rentner finanzieren also, das geht quasi radikal auseinander, diese Schere. Außer die Rentner sterben. Nein, nein, nein. Da hab ich nämlich auch noch eine Zahl dazu. Die Lebenserwartung steigt, was dazu führt, dass die Menschen immer länger Rente.

06:45 Beziehen vor 20 Jahren nämlich 2006 noch waren es 17 Jahre, die du dir dein Leben schön mit der Rente. Gemütlich machen konntest 2024 haben die Rentner schon 20. Jahre lang Rente bekommen, also 3 Jahre länger. Das sind alles zahlen vom Statistischen Bundesamt, aber übersetzt. Bedeuten sie, die Hütte brennt verdammt noch mal. Genau, aber da hab ich aber ich hab die Lösung. Die Lösung hab ich direkt parat, weil du hast jetzt eigentlich ja ja weil du hast es ja jetzt eigentlich auch schon halb erklärt, also die Rentner sterben offensichtlich nicht, sondern sie leben. Länger, und das ohne zu arbeiten. Absolute Frechheit. In meinen Augen geht natürlich überhaupt gar nicht und ich denk damit vertrete ich auch die Meinung der regierenden Partei. Gut, also diese Altersgruppe können wir jetzt von unseren Hörern auch streichen. Genau, nämlich wenn man länger lebt, dann kann man doch auch länger arbeiten, ganz klar, und dann Problem solved oder nicht?

07:43 Was er ja vor allem sagt. Genau. Einerseits kann man weiter arbeiten, dazu hat die Koalition ja schon die Aktivrente eingeführt. Da kannst du 2000€ steuerfrei verdienen, wenn du in der Rente weiter arbeitest, aber eben auch mehr vorsorgen im Betrieb oder privat. Und jetzt frage ich dich mal so, ja wie findest du das den Tipp? Klingt für mich so ein bisschen, wie wenn ihr nicht genug. Geld habt, dann müsst ihr. Einfach mehr Geld haben, damit ihr noch was zur Seite legen könnt. Also ich würde sagen, das hat so 2 Aspekte auf der einen Seite die Realität, die gerade einfach so ist. Das ist ja würde ich mal sagen, Konsens oder einfach ein ist Zustand, dass vor allem wir jungen Leute wissen, die gesetzliche Rente wird uns nicht reichen, und weil das so ist und weil unser Primärziel, oder zumindest geht es mir so natürlich, das ist, ich möchte nicht in Altersarmut leben, muss man sich also quasi der. Situation stellen und sich die Frage stellen, OK, was kann ich also was habe ich für Alternativen und die Alternativen liegen in der privaten Altersvorsorge in verschiedenen Investitionsmöglichkeiten für für für das Alter und wenn man diese Möglichkeiten hat sie dann zu nutzen finde ich schon gut. Ich finde es aber schwierig, also ich finde es schwierig in dem Sinne, dass ich es einfach schwierig finde, da durchzusteigen und das quasi dann die Eigenverantwortung von jedem ist.

09:01 Und dann kommt man zum nächsten Punkt, weshalb ich es gesellschaftlich gesehen und von der Verantwortungsseite her, die ein Staat oder auch eine Regierung gegenüber seinen Bürgern hat, finde ich es nicht in Ordnung, weil wir zahlen aktuell oder die arbeitende Bevölkerung zahlt die Rente der aktuellen Rentner, wir arbeiten und haben hohe, also die Sozialabgaben sind hoch. Dann ist es vielleicht nicht jedem möglich, eben diese private Altersvorsorge durchzuführen. Also gerade aktuell die Preise steigen, die Sozialabgaben, genau das habe ich gerade schon gesagt, sind hoch, also es bleibt einem einfach weniger netto vom Brutto übrig und das in einem so großen Maße, dass das der breite Teil der Bevölkerung einfach so spürt, dass es nicht nur ein bisschen unangenehm ist, sondern dass es wirklich weh tut und dann natürlich, wo spart man als Erstes nicht bei dem, was man jetzt heute braucht. Oder morgen ausgeben will schrägstrich muss, sondern eventuell bei der Rente, weil das ist eben was in der Zukunft. Davon merke ich jetzt noch nicht so richtig was bisschen wie beim Klimaschutz, aber nur ein bisschen anders, wenn man genau sollte man auch investieren und dann wird es nicht getan, weil man den Schaden vielleicht noch nicht spürt. Aber das ist ja total verständlich. Und dann lässt man seine Bürger da ein bisschen auf der Straße stehen und dann drittes Problem, finde ich, ist das schon die Verantwortung auch eines Staates, also da ein bisschen nicht voll und ganz, aber vielleicht so ein bisschen quasi eine Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern, aufs ganze Leben gesehen.

10:30 Es hat vielleicht auch nicht jeder einfach so, die, ich sag mal, intellektuellen Ressourcen oder die Verständnisressourcen da durchzusteigen und sich dem einfach anzunehmen, auch die Zeit nicht und genau. Lange Rede kurzer Sinn. Also da gibt es finde ich 2 Ansichten, aber ich sehe das schon. Ich finde es ist zu einfach wenn man, wenn man als Staat sagt, ja dann guckt ihr jetzt einfach mal selber wie es läuft und wenn es nicht läuft könnt ihr ja immer noch arbeiten, viel Spaß damit. Genau. Und ja, es ist einfach ein riesen Gerechtigkeitsproblem was wir da bekommen, weil hier geht es an die Grundfesten des Staates. Ja, die Bundesrepublik ist ein Sozialstaat und das. Bedeutet natürlich, dass ich mich darauf verlassen können muss, im Alter irgendwie versorgt zu sein, wenn ich arbeitslos werde oder krank, dass mir jemand hilft und ja, beim Bürgergeld wurde ja auf jeden Fall schon einiges geschliffen und es hat so ein bisschen den Anschein, als sei jetzt die Altersversorgung das nächste, naja. Was ich aber auch einfach.

11:28 Unglücklich fand war. Diesen Satz überhaupt zu droppen. Ja. Es läuft gerade überhaupt. Nicht gut in der schwarz roten Koalition. Es gibt viel Kritik es. Kommt nicht so wirklich was. Voran. Es wurden zwar viele Reformen angekündigt, aber wenig umgesetzt. Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung und dann stellt sich der Kanzler vor eine Horde Bankern, die sich sicher keine Sorgen über ihre Altersversorgung machen müssen hin, der Kanzler übrigens auch nicht. Und lässt so eine. Bombe droppen? Ja und? Sagt dann noch, gibt dann noch seinem Koalitionspartner. 1. Hinterher. Die würden ja die ganze Zeit Reformen blockieren. Ich finde es wirklich angesichts des Themas unangemessen und ich weiß auch wirklich nicht, ob es nicht eine absolut beknackte Situation ist, um jetzt noch. Mal Öl ins Feuer zu Gießen, ja. Zumal es ja eine Rentenkommission gibt, die die Vorschläge machen soll. Und die man auch einfach abwarten könnte. Also. Ich finde, für mich zeigt sich da mal wieder, der Kanzler ist seiner Rolle noch nicht wirklich gewachsen nach einem Jahr.

12:23 Es ist ja schwierig. In der Bundesregierung das. Sehe ich ja auch. Wirklich ein aber also so unnötig, so einen großen Krach los zu. Treten. Ich versteh es einfach nicht wie du sagst, die Lebenshaltungskosten sind gerade richtig hoch vielen Leuten. Tut es richtig weh? Ein Viertel der Menschen übrigens, das noch mal die eine Zahl, kann gar nichts zurücklegen am Monatsende, da ist einfach nichts mehr übrig vom Gehalt. Ja, und in so einer Situation sich hinzustellen und zu sagen, ja muss jeder selber gucken, ne, dass er nicht in Altersarmut landet, na ja, der SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat gesagt. Der Kanzler muss mit. Erbittertem Widerstand der. Sozialdemokraten rechnen, wenn er die Rente schleifen will der SPD-Fraktionsvorsitzende hat gesagt, die Rente ist keine Sozialhilfe, sondern sie ist eine Leistung, die eine versprochene Leistung für die Lebensleistung der Beschäftigten. Die Grünen haben gesagt, man sollte nicht, man sollte für Reformen des Rentensystems werben und nicht für den Abriss.

13:22 Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner hat von einer Kampfansage gesprochen und. Und der DGB hat auch gesagt, ja, wie wäre es mal mit Lösungen? Ja, da frage ich mich, warum dieses Kommunikationsdesaster, musste das sein? Also abgesehen vom Thema zeigt es einfach ja, als ob bei Friedrich Merz einfach keinen Lerneffekt einsetzt, weil ich frage mich dann auch gerade in dieser Banker Runde ist einfach so völlig unnötig in dieser Situation. Also es gab einfach gar keine Not, dieses Fass jetzt aufzumachen. Gut, er hat gedacht, er macht es jetzt einfach trotzdem, jetzt ist auch schon zu spät und dann ja. Ja, in also wie gesagt, in dieser Banker Runde frage ich mich auch, ob es also geht es da mit ihm durch oder vergisst er da einfach kurz? Wer bin ich eigentlich? Kurz vergessen, dass ich Bundeskanzler bin und nicht mehr bei BlackRock, das ist einfach ein falsches Rollenverständnis und ja da sollte man sich einfach vielleicht auch wenn man da keine Ahnung persönlich gerade kurz Lust hat. Es vielleicht so und so zu argumentieren, dann muss man sich einfach halt zurücknehmen und das kann man ja dann, das kann man ja auch dann in den inoffiziellen Teil danach packen, den gibt es ja auch noch ins persönliche Gespräch, ich weiß es nicht, es gibt Möglichkeiten, man muss es nicht von der Bühne runterrufen oder von vorne nach hinten. In Umfragen hat er es jedenfalls geschafft, Der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten zu sein. 78% der Menschen sagen, sie sind unzufrieden mit Friedrich Merz als Bundeskanzler.

14:46 Aber wer weiß, vielleicht will er ja die 100 Prozent noch knacken keine Ahnung, ich frag. Mich wirklich was da der Antrieb ist. Ja, genau, es geht immer. Also man braucht Ziele im Leben. Ja, genau. Immer noch Luft nach oben in dem Fall nach. Oben. Genau, immer noch Luft nach oben lassen. Wir wollen ja nicht nur meckern, weil es. Gibt ja auch genug Dinge, die man tun könnte. Die Rentenkommission abwarten und was die für Vorschläge machen, da sitzen Experten, ist eine Sache, aber es gibt ja auch Beispiele in aus anderen Ländern. Standardbeispiel ist ja immer Österreich, dort liegt die durchschnittliche Rente deutlich höher als in Deutschland, nämlich bei ungefähr 1650 Euro brutto. In Deutschland sind es 1120. Der Grund ist, dass die Österreicher schon seit 1988 einen höheren Rentenbeitragssatz haben. Der liegt da bei 22,8%. In Deutschland sind es 18,6. Merken braucht ihr euch das alles nicht, es geht aber darum in Österreich zahlen die schon seit vielen Jahrzehnten nen höheren Beitrag in die Rente.

15:41 Vom Lohn und in Österreich zahlen auch fast alle. Arbeitnehmer, einen auch selbständige Politiker und Beamte. Und überhaupt wird seit Jahren versucht, den Teil der Beamten zu reduzieren, also so wirkliche Verbeamtungen gibt es in Österreich eigentlich kaum mehr. Ein weiteres Beispiel ist Schweden. Dort fließen halt einfach 2,5% der Rentenbeiträge in einen. Aktienfonds, der staatlich gemanagt wird. Da kommen jedes Jahr so um die 6 % Rendite rum und der ist aktuell 222 Milliarden Euro schwer. Außerdem haben 90% der Schweden eine Betriebsrente, das kommen natürlich auch noch dazu. In Deutschland hat es die. Ampelkoalition zuletzt versucht. Ist dann aber gescheitert, eine Aktienrente einzuführen. Was bei uns jetzt immerhin versucht. Wurde ist die Frühstart-Rente da, bekommen Kinder 10 Euro vom Staat in ein staatliches Altersvorsorgedepot. So wirklich hat man das dann auch nicht auf die Reihe bekommen, das fängt.

16:34 Jetzt erstmal mit allen Sechsjährigen. An und man bekommt es auch nur bis man 18 Jahre alt ist. Und ja ich bin da noch nicht so sicher, wenn ich an mein achtzehnjähriges ich denke was ich gemacht hätte, wenn jemand gesagt hätte du hier liegen irgendwie 2000€ auf einem Aktiendepot. Musst du jetzt die nächsten 60 Jahre besparen, bis du in Rente gehst? Hättest du es gemacht. Naja, ich bin ja ein kleiner Streber, leider schon, quasi seit ich laufen kann. Ich hätte wahrscheinlich Panik. Also ich hatte, glaube ich, schon mit 18 Panik, eines Tages auf der Straße zu landen. Deshalb, ja, hätte ich es wahrscheinlich gemacht. Man kann sich damit aber auch ein nettes Wochenende machen. Genau das sind ja 2 Ansätze. Ja. Außerdem ist das Ganze noch teuer. Alles nette Ideen, die das Rentenproblem nicht grundlegend lösen werden, das muss man einfach so sagen. Genau. Ich würde auch sagen, man muss erst mal abwarten, was die Rentenkommission da ausarbeitet, aber ich finde es gerade Beispiel Schweden und Beispiel Österreich finde ich beides spannende Ansätze, beides Ansätze, die zeigen unterschiedliche Art und Weise, aber dass es trotzdem funktionieren kann und vor allem, dass es Möglichkeiten gibt einzuwirken, einzuwirken auf.

17:42 Ein System, was die ganze Gesellschaft betrifft, alle Arbeitnehmer betrifft und dass das einfach in Deutschland nicht gelingt, das finde ich auch echt ein bisschen deprimierend. Also gerade ja Stichwort, das führt einfach zu Frust, wieder Politikverdrossenheit, weil man einfach sich fragt, wieso funktioniert das nicht und ein bisschen ähnliches Thema wie bei der Krankenversicherung in Österreich, du hast gesagt Zahlen viel mehr Leute in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Das ist so eine Maßnahme, die ich so offensichtlich, die liegt so offensichtlich auf der Hand, dass das Sinn machen würde, einfach die Masse der Beitragszahler zu erhöhen und dass sich da so gegen gewehrt wird und dass das einfach nicht passiert, das ist mir einfach nicht schlüssig, weil ja, es macht einfach keinen Sinn. Und da wäre wirklich mal ein großes Problem, dass man anpacken könnte, wo man den Blick weit in die Zukunft richten muss, weil hier sprechen wir von Generationen.

18:39 Ja, du musst dann, wenn du die Rente ändern möchtest und sagst, die künftigen Rentner zahlen alle in den Aktienfonds, dann musst du das für die nächsten paar Generationen festlegen, wer dann wie wo wie der Übergang gestaltet wird und so, wo schießen wir Geld zu, damit die jetzigen Rentner eben noch natürlich genug Rente bekommen. Also das wäre mal ein richtiges Problem. Wo man gestalten könnte und wo man auch. Ja denk ich, für mehr Vertrauen in den Staat sorgen könnte, wenn man sagt, Hey, das ist jetzt mal n Generationenproblem, was wir jetzt mal wirklich lösen für die nächsten Jahrzehnte. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Hoffnung stirbt zuletzt und. Also ich habe es nicht mehr so lange zur Rente, deswegen ein bisschen Zeitdruck herrscht schon. Auch mal gucken, wir warten auf die Rentenkommission und was die so vorschlägt. Also vor allem du wartest ja auf die Rentenkommission. Da möchte ich nämlich mal kurz was einwerfen, nämlich als Christoph Donauer und und ich unser Arbeitsleben noch am Schreibtisch nebeneinander verbracht haben, da kann ich euch sagen, dass eine Person von uns und ich bin es nicht, die Tage bis zu ihrem Renteneintritt gezählt hat, und den konntet ihr im Schlaf aufwecken, nicht, dass er auf der Arbeit geschlafen hätte.

19:38 Aber trotzdem, er konnte euch den Tag sagen oder den Anzahl der Tage, wo er in Rente geht, ja. Das kann ich auch immer noch, aber mein Handy nimmt gerade auf. Ja gut. Ich liefere es nach in den Shownotes. Genau da bin ich auch sehr gespannt, weil da bin ich jetzt natürlich auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand und das muss ich natürlich wissen. Wie viele Tage bleiben uns noch? Das ist ganz wichtig, aber es sind noch ein Paar. Ja, dann kommen wir doch mal zu einem. Anderen Thema, Wir haben einen. Vorschlag für die Reform der. Notfallversorgung? Genau. Und bevor ich darauf kurz näher eingehe, fange ich vielleicht mal mit einer Frage an dich an, Herr Donauer, wann waren sie das letzte Mal in der Notaufnahme? Oh. Gott, das ist noch nicht. So, ja, ja. Das ist noch nicht so lange her und das war wieder wegen irgendeinem Schwachsinn. Genau. Und passiert dir das öfter? Das passiert mir leider tatsächlich.

20:30 Öfter, weil irgendwie ist mein Hausarzt jemand, der, sag ich mal. Im Zweifel den Patienten lieber in die Notaufnahme schickt. Genau damit haben wir hier einen Sonderfall, und zwar, dass einerseits ich die Schuld nicht ganz auf dich schieben kann und auf dein medizinisches Unverständnis. Doni hat nämlich überhaupt gar keine Ahnung von Medizin. Und manchmal finde ich wirklich verrückt, wie wenig man wissen kann, aber egal. Egal. Bis hierhin habe ich überlebt. So ist es wahrscheinlich, weil du öfter in der Notaufnahme bist, aber auf der anderen Seite haben wir hier, also du, ein exemplarisches Beispiel dafür, von Leuten oder Personen, die in der Notaufnahme nichts zu suchen haben und sie verstopfen und weshalb andere Personen, die vielleicht sterben, nicht rechtzeitig versorgt werden. So also aber. Dabei belassen wir es jetzt auch und da kannst du. Es gibt noch mehr von meiner Sorte. Es gibt noch mehr von Donis Sorte und es gibt davon zu viele.

21:28 Falls ihr auch zu diesen Personen gehört, geht mal in euch, ich will jetzt auch ich bin auch mal in die Notaufnahme gegangen, weil ich halt dachte, wobei es war dann eigentlich auch ziemlich nötig. Ja, es war sehr nötig. Es war nötig, egal, andere Geschichte auf jeden Fall deshalb Leute, wenn ihr mal die 112 anruft beziehungsweise ihr braucht einen Notarzt, es gibt irgendeinen akuten Notfall, dann ist natürlich das Allerwichtigste, dass man schnelle und effiziente Hilfe bekommt. Was ist die Voraussetzung dafür, dass ihr schnelle und effiziente Hilfe bekommt, dass das Notarztsystem beziehungsweise die Notfallversorgung gut und effizient reguliert ist und das Bundeskabinett beziehungsweise die Bundesgesundheitsministerin die. Nina Warken von der CDU hat jetzt einen Entwurf vorgelegt, wie diese Notfallversorgung reformiert werden soll. Sie muss nämlich reformiert werden, weil sie ist teuer, sie ist ineffizient und genau, sie muss einfach. Neu gesteuert werden vor allem der stationäre Bereich. Der stationäre Bereich bedeutet alles, um die Kliniken und der ambulante Bereich, das bedeutet, die niedergelassenen Hausärzte und der Rettungsdienstbereich müssen besser und effizienter verzahnt werden und.

22:41 So viel kann man schon mal vorab sagen. Also mit diesem Entwurf wird Nina Warken wahrscheinlich auf relativ wenig Widerstand stoßen. Die Bundesgesundheitsministerin hat nämlich noch 2 andere große Baustellen im Gesundheitssystem, nämlich die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung und da. Bekommt sie weitaus mehr Gegenwind? Da werden wir aber vielleicht wann anders noch mal drüber sprechen, weil das ist auch n ähnlich wie die Rente, das sind riesige Baustellen und die Krankenhausreform, die eigentlich vom ehemaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD verabschiedet wurde, die jetzt irgendwie so halb rück abgewickelt wird, was n großes Planungsproblem ist, was n Kostenproblem ist und was ja einfach grundsätzlich, was einfach n grundsätzliches Problem ist. Vor allem, weil im Gesundheitswesen eben das eine oft in das andere fließt. Aber heute wollen wir jetzt erst mal kurz über die Notfallversorgung sprechen, also um was geht es überhaupt beziehungsweise was soll passieren? Patienten sollen zum einen besser versorgt werden. Aktuell gibt es die Nummer 112.

23:42 Da kommt ihr dann quasi bei einem Rettungsdienst beziehungsweise bei einer Leitstelle raus, bei der Feuerwehr, beim Roten Kreuz oder bei den Johannitern. Es gibt aber auch die Nummer 116117 und die führt zu der Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung von niedergelassenen Medizinern, also dem ärztlichen Bereitschafts- und Notdienst. Die hat doch eigentlich erst. Während der Corona-Pandemie so wirklich ihre Berühmtheit erlangt oder davor kannte, die glaube ich niemand. Und dann hat man die über die Nummer auch n Impftermin vereinbaren können. Wenn es dann mal geklappt hat. Seitdem kenne ich die erst, aber die gibt es schon viel länger. Die gibt es schon viel länger genau, und künftig soll es so sein, dass dieser Anschluss zwischen einer normalen Terminvergabe sozusagen und eine Akutleitstelle für Notfälle aufgeteilt wird und dann auch viel enger mit dem Rettungsdienst, also der 112 zusammenarbeitet beziehungsweise damit verzahnt werden soll. Das stellt aber natürlich, oder das hat natürlich zur Voraussetzung, dass auch die Patientendaten, die Patientenübergaben zwischen diesen Stellen reibungslos funktionieren.

24:49 funktionieren müssen. Quasi wird von dieser Akutleitstelle der Patient an die angemessene Versorgungsebene weitergegeben, um da effizienter zu arbeiten und eben den genannten ambulanten und stationären Bereich besser zu verzahnen, soll es integrierte Notfallzentren geben. Die sollen in den Kliniken entstehen und hier müssen Krankenhäuser und eben die niedergelassenen Ärzte dann verbindlich zusammenarbeiten. Diese integrierten Notfallzentren bestehen dann aus einer Notaufnahme und. und einer Notdienstpraxis, die mit Ärzten ausgestattet ist, die dann quasi die zentrale Einschätzungsstelle bilden. Und warum macht man das jetzt? Man macht es vor allem auch, um Geld zu sparen, also die Einsparungen sollen bis 2031 auf 1,2 Milliarden Euro anwachsen, kurzfristig führt das aber für die gesetzliche Krankenversicherung zu Mehrausgaben und es bedarf auch. Auch um alle digitalen Stellen auszubauen, um die Telemedizin auszubauen, um die Verzahnung auszubauen, braucht es eine Anschubfinanzierung vom Bund über 225 Millionen Euro, und die wird aus dem Sondervermögen bezahlt, so. Und das ist genau der Punkt.

26:06 Wo ich ein bisschen verwirrt bin, weil einerseits heißt es ja, es muss Geld gespart werden, andererseits heißt es, das ist jetzt dringend nötig, um die medizinische Versorgung zu verbessern und. Und wieder andererseits heißt es ja so ganz so viel bringt das nicht. Was denn jetzt? Genau das kommt natürlich immer drauf an, wen du fragst. Also es soll eben perspektivisch enorm die Kosten senken, weil durch diese effizientere Gestaltung und die bessere Steuerung der Patienten unnötige Aufnahmen in der Notaufnahme verhindert werden sollen. Also ganz viele Leute, die einfach an der falschen Stelle im Gesundheitssystem sozusagen landen, sollen eben nicht an der falschen Stelle landen und das spart enorme Kosten und auch durch die Digitalisierung und durch eben habe ich ja gerade schon gesagt, den Ausbau von Telemedizin soll eben Geld gespart werden, aber das ist eben ein bisschen langfristig und das kurzfristige führt dann eben wohl zu Mehrausgaben. Ich glaube, dass da das Einsparpotenzial schon da ist. Ich glaube, dass der Knackpunkt ein bisschen woanders ist. Und zwar müssen da ganz unterschiedliche Bereiche besser zusammenarbeiten und das muss einfach im großen Stil passieren.

27:15 Und n weiterer Knackpunkt, der vielleicht der Relevanteste ist, ist das, was jetzt vorliegt ist n Bundesgesetz. Es kommt also aus dem Bundesgesundheitsministerium die Organisation der Rettungsdienste ist aber Ländersache und sie liegt nicht mal in den Landesgesundheitsministerien, sondern sie liegt in den Innenministerien. Also wenn man jetzt vielleicht als erste Assoziation denkt, das ist n Thema im Gesundheitsministerium, genau also ist es im Prinzip Ländersache und die Länder sind jetzt dafür verantwortlich, das umzusetzen. Wenn du das jetzt aber so hörst, denkst du jetzt ja, hört sich doch gut an oder hört sich nicht so gut an. Ich. Finde es schwierig einzuschätzen, weil es sehr komplex ist und wie du erklärt hast, müssen ganz unterschiedliche Bereiche besser zusammenarbeiten. Ich glaube, das war noch nie eine Stärke in der deutschen Verwaltung sage ich jetzt einfach mal ganz generell. Prinzipiell finde ich es super, wenn ich einfach irgendwo anrufe und die sagen mir ganz klar, ja, da sind sie bei uns komplett falsch, aber ich übergebe Sie hier. Und wenn mir dann idealerweise auch noch jemand sagen könnte, ja, hier ist die und die Praxis, das ist nicht ihr Hausarzt, aber sie können da hingehen, das ist unsere Kooperationspraxis, wird es ja im Gesetz, glaube ich genannt, finde ich das super. Gleichzeitig stellen sich mir auch. Gleich super viele.

28:32 Fragen, weil zum Beispiel am Beispiel. Der Kooperationspraxen finde ich das spannend. Die sollen ja irgendwie quasi die Notaufnahme so ein bisschen ergänzen. Ne, ich stell mir das so vor. Genau. Ich habe irgendwie mir in den Fuß. Geschnitten die Notaufnahme, sage ich es halb so wild, gehen Sie hier zu unserem Kooperationsorthopäden. Genau, und da sprichst du gerade die Struktur an, die eben von der Kassenärztlichen Vereinigung beziehungsweise von den niedergelassenen Medizinern geleistet werden muss, und die müssen künftig verpflichtend rund um die Uhr und auch flächendeckend in ganz Deutschland sowohl eine telemedizinische als auch eine aufsuchende Notdienstversorgung anbieten. Also das bedeutet, dass sie auch die Leute zu Hause für. Hausbesuche zur Erstversorgung eben aufsuchen und bisher war das nur außerhalb der Sprechzeiten vorgeschrieben und da hab ich gedacht, als ich das gesehen hab, na ja, das möchte ich erst mal sehen, wie das umgesetzt oder abgebildet wird, weil welches Problem haben wir jetzt schon, es gibt zu wenig Ärzte, wer soll das machen? Wer soll das machen?

29:36 Genau, und ich wollte natürlich auch gerne von unserem Innenministerium hier in Stuttgart wissen, was sie denn zu dem Vorschlag aus Berlin aus dem Bundesgesundheitsministerium sagen zur Reform der Notfallversorgung, und da begrüßt man den Vorschlag eigentlich, also das findet man gut, man sieht da eigentlich auch keine inhaltlichen Schwierigkeiten, da muss man anfügen, dass eben das Innenministerium beziehungsweise der Landtag von Baden-Württemberg 2024 unser Rettungsdienstgesetz. Schon neu aufgestellt hat und sich sich da einfach vieles deckt. Also da wurde einfach schon vieles umgesetzt, was auch in dem Bundesgesetzentwurf steht und weil wen ich auch angefragt hab, ist nämlich die Kassenärztliche Vereinigung der niedergelassenen Ärzte und. Und deren Vorstandsvorsitzender Karsten Braun? Der ist überhaupt nicht amused, weil er sich eben auch fragt, wo seine ganzen Ärzte herkommen sollen, weil der hat, wörtlich gesagt, geradezu absurd mutet aber die Regelung an, dass ein 24/7-Hausbesuchsdienst eingerichtet werden muss.

30:33 Niemand hat auch nur ansatzweise eine Vorstellung, woher die Ärztinnen und Ärzte überhaupt kommen sollen, die dafür tagsüber zur Verfügung stehen sollen und. Und weiter hat er dann noch gesagt, sollen die Ärzte dann aus den Praxen abgezogen werden und damit nicht für die Regelversorgung zur Verfügung stehen. Ganz abgesehen davon, dass wir komplett unwirtschaftliche Doppelstrukturen schaffen würden. Also da herrscht großer Unmut und man fragt sich wohl oder hat eigentlich keine Ahnung, ja, wie soll man das Kapazitätsmäßig schaffen und das glaube ich auch, also ich glaube das wird noch ein Knackpunkt, weil du kannst ja nicht viel mehr Ärzte brauchen, wenn eh schon keine da sind. Ja, nee, das ist irgendwie so. Also da komme selbst ich mathematisch noch mit, dass das schwierig ist. Genau, also das wird auf jeden Fall, denke ich, ein Knackpunkt. Auch diese integrierten Notfallzentren in den Krankenhäusern, da ist man sich ziemlich einig, aber ich denke, da wird auch wichtig sein, dass das eben nicht, also dass man das gut steuert, an welchen Standorten das verfügbar ist und nicht vielleicht in jedem Krankenhaus, wobei man ja eben auch gerade nicht weiß aufgrund der Krankenhausreform, wie sich unsere Krankenhauslandschaft da perspektivisch ganz sicher weiterentwickelt also das sollte auch effizient gestaltet sein und da braucht man auch keine Angst haben, dass man plötzlich ohne Versorgung dasteht, da werden Wege schon effizient berechnet, auch ländliche Räume werden mit bedacht.

31:59 Normalerweise zumindest. Dann würde ich dir gerne noch eine Abschlussfrage dazu stellen und zwar was würdest du oder könntest du es dir vorstellen, dass du vielleicht zur Absicherung oder wenn du das nächste Mal in die Notaufnahme musst, wenn du das noch selber kannst? Vielleicht. Dann könntest du für uns, finde ich diese Nummer die 116117 direkt mal testen und dann mal gucken, wo du da auf welche Ebene du da einsortiert wirst. Weil das fände ich schon gut. Du bist da ein gutes Testimonial für. Genau. Ich mache da einfach eine investigative Recherche am Telefon für euch und mal gucken, wo ich dann hingeschickt. Werde genau mal gucken wo du dann hingeschickt wirst. Das würde mich nämlich auch, würde mich nämlich dann auch interessieren. In die nächste Kooperationspraxis 150 Kilometer weiter. Ich möchte da kurz, es ist nicht so richtig lustig, aber schon auch ein bisschen auch ne persönliche Geschichte in Ansätzen kurz erzählen, weil vielleicht kennt ihr das auch eben, dass man also hat bestimmt jeder schon mal erlebt, man geht in die Notaufnahme am Samstag, weil keine Ahnung was ist.

33:01 Dann ist es da völlig überlaufen, man wartet Stunden, große Katastrophe. So, jetzt kann ich euch aber sagen, wenn ihr mal in die Notaufnahme geht und selbst wenn ihr da noch selber hingehen könnt und ihr werdet, ihr habt eine Notüberweisung oder ähnliches und der Fall scheint oder könnte wirklich dringend sein, dann kann es tatsächlich richtig schnell gehen. Also da war ich dann sehr positiv überrascht, da muss man dann überhaupt nicht mehr warten und dann ist aber sofort Alarm und man wird, da wird man wirklich sofort untersucht und aufgenommen und dann dachte ich so. Ja, krass. Also es ist doch gut, das funktioniert anscheinend doch. Also weil ich habe mich immer gefragt, ja, könnte es dann auch sein, dass man mit einem Herzinfarkt im Wartezimmer von der Notaufnahme umstirbt, weil wie blöd wäre das. Nee, auch immer ein gutes Anzeichen, wenn man liegend angeliefert wird oder mit einem Helikopter. Also da gibt es schon Anzeichen, wann es dringend ist. Und ja. So viel zum kleinen Einblick in die Reform der Notfallversorgung oder des Rettungsdienstes.

33:59 Und damit würde ich sagen, kommen wir zum Ende der Folge beziehungsweise zum Cringe der Woche und ich stelle dir die Frage. Als erstes hast du einen Cringe der Woche. Diesmal geht mein Cringe der Woche an den Spiegel und ein Ja. Ich weiß gar nicht, was ist. Ein Rand, es ist ein Rand von Xaver von Cranach über Billig-Kaffeeketten in Berlin. Ich weiß nicht. Ist so ein bisschen ein Insider Thema. Ich weiß nicht an unsere. Berliner Hörer Es gibt. Da seit Monaten so einen. Streit, weil da so eine. Kaffeekette. Der eröffnet hat. Lap Coffee heißt die. Und die verkaufen halt irgendwie günstigen Kaffee. Aber aus Vollautomaten. Ich war noch. Nicht da, ich kann es überhaupt nicht beurteilen. Auf jeden Fall beschwert sich der Autor wirklich in. Wüstem Ton darüber, wie blöd er diese Barista-Kultur findet und Leute, die irgendwie über die Qualität und den Geschmack von Kaffee sprechen.

34:55 Einen Absatz fand ich besonders schön, der da geht. Ich ging hinein, die Wand war gefliest, der Tresen aus Stein, der Kuchen noch selbstgemachter, die Croissants noch. Buttriger die Focaccia noch öliger? Als anderswo. Der Espresso kostete 2,80. Ich habe viel mitgemacht von 2 Euro auf 2,40 und dann auf 2,60. Aber 2,80 habe ich noch nie gezahlt und er schmeckte nach vergorener Katzenpisse und so weiter und so weiter er regt sich dann fürchterlich darüber auf und findet diese Läden müssen pleite gehen, möglichst schnell. Und ich weiß ja nicht, wie sehr man sich über so was aufregen kann, aber ich find es eigentlich. Total toll. Also ich mein okay, 2,80 für einen Espresso. Ja finde ich auch nicht geil, aber an sich Kaffee wertzuschätzen, ich weiß nicht. Vielleicht, weil ich jeden Tag dieses Getränk trinke. Aber was, wie kann man denn das hassen? Ich find’s einfach nur cringe, also wirklich sich jetzt darüber aufzuregen, dass Leute sich.

35:51 Mit Kaffee beschäftigen. In ein café zu gehen und es zu hassen, also nur um es zu hassen. Ich weiß nicht, ich find’s einfach. Ja, Doni, aber klassisches ja, ich okay ich fühle, ich fühle dich aber klassisches Bubble-Problem glaube ich. Vielleicht wohnt diese arme Person in Berlin. Dann herzliches Beileid an dieser Stelle und ich glaube, dass. Dass es sein könnte, dass wenn du in Berlin, je nachdem, wo oder wie du dich durch die Stadt bewegst, ein bisschen vielleicht übermannt wirst oder Überrollst von Pseudo-Fancy-Cafés, Kaffeeshops keine Ahnung was und du dann und du die Welt vor lauter Fancy-Cafés nicht mehr siehst und du dich dann irgendwann so reinsteigerst und denkst, was ist los mit euch, ihr übertreibt komplett eure Lage, ich kann es nicht mehr sehen oder dann auch man. Muss doch nicht in irgendeinen Wahn verfallen. Und all das. Cafés und Baristas, die Pleite wünschen. Ich kann doch meinen.

36:46 Beknackten Tankstellenkaffee auch immer noch trinken. Ja, aber wenn wir auch in die Kriminalitätsstatistik gucken, dann wissen wir natürlich, dass bei Männern angestaute Wut immer schnell in Aggression übergeht. Und das ist einfach ein Beispiel in abgemildeter Form. Nein, kleiner Scherz und überzogener Scherz, aber das stimmt, aber da hat sich einfach wahrscheinlich jemand. Da ist er einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden. Zu viel Bluthochdruck und dann war da eben noch ein Platz im Spiegel frei. Ja, ich find’s einfach unfassbar cringe und denk mir so. Einfach. Zum nächsten Bahnhof gehen, in irgendeine Bahnhofsbäckerei gehen und dann ekelhaft schmeckenden Kaffee für 5€ trinken. Vielleicht ist man dann glücklicher. Oh ja, das stimmt. Ach, das ist immer eine schlimme Erfahrung und die macht man in regelmäßigen Abständen, also ich zumindest. In war ich dann. Manchmal ist es einfach so und dann denkt man, man braucht jetzt einen Kaffee. Aber das ist es dann nicht.

37:41 Ich sag Kaffee ist das Getränk, das die Welt am Laufen hält. Sowohl die Politik als auch diesen Podcast. Nee, ich sag Aperol. Ach ja, der hält immer dich am laufen. Ja genau, der hält mich am Laufen. So ist das okay und. Wie sieht es bei dir aus? Ich habe leider Shame on me, als wir gerade die Folge angefangen haben, ist mir siedend heiß eingefallen, dass wir diese Rubrik besitzen und dass ich diese Rubrik diese Woche nicht bespielt habe, aber ich kann mich da retten, weil es gibt was, was ich unbedingt erzählen will und zwar will ich Werbung machen für meinen lieblings Instagram Account für meinen Lieblingspolitischen Instagram Account, der mal wieder was tolles gemacht hat und eine tolle Serie fortgesetzt hat und ihr müsst es alle angucken. Slidet mal Auf den Insta-Account des Außenministers beziehungsweise des Außenministeriums. Johann Wadephul ja, es wurde ein neues Reel hochgeladen zu meiner absoluten Lieblingskategorie das haben die Mal auf TikTok angefangen und das ist und damit sind sie glaube ich das erste Mal viral gegangen. Das heißt, ist russische Desinformation immer noch so verrückt und als sie das das erste Mal gemacht haben, war das einfach so unexpected, dass einfach auf dem Kanal des Außenministers so.

38:49 Das einfach sich man so krass darüber lustig gemacht hat über den Kreml irgendwie, und das ist so Entertaining und da gab es jetzt eine Fortsetzung und ich habe mich so gefreut. Inhaltlich war es ein bisschen dünn, das hatte eigentlich gar keinen Inhalt, aber das ist halt so auf Social Media und deshalb große Empfehlung, also genau falls ihr da noch nicht folgt, folgt den rein Like das Video ich bin wirklich ich bin großer Supporter. Damit würde ich sagen, entlassen wir euch ins Wochenende, wünschen euch eine schöne Zeit. Erholt euch. Genießt die Sonne. Genau folgt uns auf jeden Fall auf Spotify und. Apple Podcasts, Amazon Music, YouTube Music und auf anderen Podcast-Plattformen. Genau und schreibt uns auch gerne entweder per Mail oder auch auf Instagram, schreibt uns in die DMs und alle Kontaktangaben und links findet ihr in den Shownotes. Und wie viele Tage es noch bis zu meiner Rente sind. Genau die alles entscheidende Information wird ganz oben. Stehen und damit bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal.

39:44 Tschüss, Ciao.

Laufzeit: 40 Minuten. Erschienen am 25. April 2026.